Weiter landet viel Essen im Müll
Weiter landet viel Essen im Müll
Berlin/Stuttgart (lsw) - Fast 13 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich im Müll. Das zeigen neue Berechnungen der Universität Stuttgart bezogen auf das Jahr 2015, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Mehr als die Hälfte davon (55 Prozent oder knapp sieben Millionen Tonnen) werfen die Verbraucher in den privaten Haushalten weg.

Heruntergebrochen auf den Einzelnen sind das 85,2 Kilo Essen pro Jahr, die in Abfalltonnen wandern.

Damit werden nicht nur Obst, Gemüse, Brot und Speisereste selbst verschwendet, sondern auch die Energie, die für Erzeugung und Transport nötig ist. Experten sprechen hier vom ökologischen Rucksack: "Bereits zubereitete Speisen haben den größten ökologischen Rucksack", sagte Studienleiter Gerold Hafner vom Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft in Stuttgart.

Etwa elf Prozent der verschwendeten Nahrungsmittel (1,4 Millionen Tonnen) stammen aus der Landwirtschaft, 17 Prozent (2,2 Millionen) aus der Lebensmittelverarbeitung und 13 Prozent (1,7 Millionen) aus der Gastronomie. Der Handel ist für vier Prozent (0,5 Millionen) verantwortlich.

Hafner und sein Team hatten 2012 - gefördert durch das Bundesernährungsministerium - schon einmal eine Berechnung herausgebracht. Damals waren Abfälle, die bei Landwirten anfielen, nicht enthalten. Seither sei die Menge der Nahrungsmittel, die insgesamt weggeworfen wird, etwa gleich groß geblieben, trotz aller Appelle, sorgsamer mit Essen umzugehen. Mehr als die Hälfte der 12,7 Millionen Tonnen sei vermeidbar, sagte Hafner. Die neue Studie wurde vom Bundesforschungsministerium gefördert. Foto: Arno Burgi/dpa

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