Feuer in der Innenstadt
Das Dach wurde komplett zerstört. Foto: Markus Langer
Baden-Baden (ml/hol) - Bei einem Dachstuhlbrand ist am Samstag gegen 4.30 Uhr in der Baden-Badener Innenstadt erheblicher Sachschaden entstanden. Das am Sonnenplatz gelegene Wohn- und Geschäftshaus kann derzeit nicht genutzt werden. Rund 100 Helfer von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Rettungsdienst und Polizei waren auch am späten Vormittag noch im Einsatz. Der Bereich wurde großräumig abgesperrt, Linienbusse mussten umgeleitet werden.


Der Notruf ging um 4.32 Uhr in der Leitstelle ein, wie Einsatzleiter Andreas Wilhelm von der Baden-Badener Feuerwehr berichtete. Zu diesem Zeitpunkt habe der Dachstuhl bereits in Vollbrand gestanden, was von Passanten und Nachbarn zu sehen und hören war. Nach dem ersten Anruf habe es eine ganze Lawine weiterer Meldungen gegeben, sagte Wilhelm. Ein Mitarbeiter einer Security-Firma, der sich zufällig in dem Bereich aufhielt, klingelte die Bewohner des betroffenen Hauses sowie der zwei angrenzenden Gebäude wach. Nach den bisherigen Erkenntnissen hielten sich im Brandobjekt keine Menschen auf, sieben Bewohner der Nachbarhäuser konnten sich aber so rechtzeitig in Sicherheit bringen. Sie kamen in einem Hotel unter.

"Das hätte auch anders ausgehen können"

Die Feuerwehr traf etwa acht Minuten nach der Alarmierung am Brandort ein und begann sofort mit der Sicherung der angrenzenden Gebäude. So konnte ein Übergreifen des Feuers verhindert werden. "Das hätte auch ganz anders ausgehen können", zeigte sich Maximilian Lipp, Fachbereichsleiter für Ordnung und Sicherheit, am späten Vormittag gegenüber Medienvertretern erleichtert. Er dankte den Einsatzkräften für deren professionelle und engagierte Arbeit. An der Brandbekämpfung beteiligten sich neben den Baden-Badener Feuerwehren auch Wehren aus dem Landkreis Rastatt sowie die Werksfeuerwehr von Daimler in Gaggenau. Zwei Einsatzkräfte wurden leicht verletzt. Die Polizei setzte einen mit einer Wärmebildkamera ausgestatteten Hubschrauber ein, um die Feuerwehr bei der Brandbekämpfung zu unterstützen.

Haus nicht mehr nutzbar

Der Einsatz werde voraussichtlich noch den ganzen Tag andauern, sagte Wilhelm am Mittag. Der Dachstuhl sowie aufsitzende Türme des betroffenen Gebäudes sollten noch abgetragen und das Dach provisorisch abgedichtet werden. Zudem mussten auch am späten Vormittag noch immer Glutnester abgelöscht werden. Das Gebäude ist aufgrund von Löschwasserschäden nicht nutzbar. Die Höhe des entstandenen Sachschadens wird ein Gutachter ermitteln, nach einer ersten Schätzung der Feuerwehr könnte er aber die Millionen-Grenze erreichen. Die Brandursache ist noch unklar. Laut erster Erkenntnisse der Polizei ist das Feuer vermutlich im obersten Stockwerk ausgebrochen. Dort ist ein Bürokomplex untergebracht.

Busse werden umgeleitet

Wegen des Großeinsatzes wurden die Gernsbacher Straße sowie die Sophienstraße komplett gesperrt. Davon betroffenen waren auch die Linienbusse, die durch die Sophienstraße fahren. Sie wurden umgeleitet. Wilhelm rechnete aber damit, dass eine Fahrspur der Sophienstraße ab dem Mittag wieder für den Busverkehr freigegeben werden könne. Für den Autoverkehr ist eine örtliche Umleitung eingerichtet worden. Die Geschäfte innerhalb des abgesperrten Bereichs blieben geschlossen.

Fotos: Renate Dülk, Ludwig Oelze, Markus Langer

 

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