Frauen Union fordert Analyse
Frauen Union fordert Analyse
Stuttgart (lsw) - Die Landesvorsitzende der Frauen Union, Inge Gräßle, hat eine ernsthafte Fehleranalyse nach den Verlusten der Südwest-CDU bei der Europa- und Kommunalwahl gefordert. "Zu sagen, der Rückenwind aus Berlin hat gefehlt, ist zu wenig", sagte sie.

So sei es ein großer Fehler gewesen, die ersten vier Plätze der Europawahl-Liste mit vier Männern zu besetzen. "Damit sind wir in die 1960er Jahre zurückgefallen und finden nicht mal was dabei. Dieses grundsätzliche Nichtverstehen systemischer Probleme bekümmert mich sehr", sagte Gräßle.

Wiedereinzug verpasst

Die 58-Jährige hat den Wiedereinzug ins Europaparlament nicht geschafft - sie stand erst auf Platz fünf der Landesliste. Nun will sie sich auch als Vorsitzende der Frauen Union zurückziehen. "Ich kann und will nicht einfach weiter machen, als wäre nichts gewesen", erklärte sie. "Mir fehlt die Glaubwürdigkeit der CDU zur Teilhabe von Frauen und der Wille, das voranzubringen."

"Schlüsselfragen"

Das Thema Frauenförderung habe sich nicht damit erledigt, dass es nun mit Susanne Eisenmann eine Frau als designierte Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2021 gebe, mahnte sie. "Die Einbindung von Frauen und Zuwanderern bleiben Schlüsselfragen für Baden-Württemberg und die CDU-Baden-Württemberg."

Bei Europawahl 8,5 Prozent verloren

Bei der Europawahl Ende Mai hatte die baden-württembergische CDU 30,8 Prozent der Stimmen eingefahren. Im Vergleich zur Wahl 2014 ist das ein Verlust von 8,5 Prozentpunkten. Direkt nach der Wahl hatte Gräßle bereits in einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" angemahnt, die Partei müsse aus den schlechten Wahlergebnissen lernen.

Foto: Uwe Anspach / dpa

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