Sommer auf Rekordkurs
Sommer auf Rekordkurs
Stuttgart (lsw) - Heiß, heißer, am heißesten: Die Hitze legt in den kommenden Tagen in Baden-Württemberg mit jedem Tag ein bisschen zu - am Mittwoch könnte der bisherige Juni-Rekord geknackt werden und sogar das gemessene Allzeithoch wackelt. Im Westen - am Rhein und bei Freiburg - rechnen Meteorologen nach Aussagen vom Montag mit Temperaturen um 40 Grad, im Raum Stuttgart sind dann 38 Grad möglich.

"Die Sonne kann fast ungestört scheinen, es kommt viel warme Luft aus Afrika zu uns", sagte die Meteorologin Sabine Krüger vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Am Dienstag können es demnach bis zu 36 Grad werden - etwa entlang des Neckars oder am Oberrhein.

Am Mittwoch sollen diese Werte vereinzelt übertroffen werden - etwa im Rhein-Main-Gebiet. "Es kann bis zu 39 Grad warm werden. Mancherorts könnte sogar die 40-Grad-Marke geknackt werden", sagte Krüger.

Hitzerekord aus Bühlertal könnte geknackt werden

Somit stehen die Chancen in den kommenden Tagen gut, dass die 1947 in Bühlertal gemessene Juni-Rekordtemperatur von 38,5 Grad auch im Südwesten geknackt wird. Die Unwettergefahr ist laut Krüger hingegen bundesweit durch die trockene Luft relativ gering.

Den Allzeit-Hitzerekord in Deutschland hält Kitzingen in Bayern: Sowohl am 5. Juli 2015 als auch am 7. August 2015 registrierte der DWD an der dortigen Messstation 40,3 Grad Celsius. "Es liegt im Bereich des Möglichen, dass auch dieser Rekord übertroffen wird", sagte der DWD-Meteorologe Andreas Friedrich.

Ein wenig Abkühlung in der kommenden Woche

Etwas Aufatmen kann der Südwesten zum Beginn der kommenden Woche: Laut DWD sinken die Temperaturen dann etwas, erreichen aber nach wie vor 30 bis 33 Grad.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) warnte vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die Hitze von Hoch "Ulla". Temperaturen, die über längere Zeit bei weit über 30 Grad liegen, könnten Kreislaufbeschwerden und körperliches Unwohlsein auslösen, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. "Im schlimmsten Fall kann die extreme Hitze lebensbedrohlich sein", wird Lucha zitiert.

Beschwerden: Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerz

Hitzebedingte Beschwerden könnten sich etwa in Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Erschöpfung und Erbrechen äußern. Im Alter und bei Pflegebedürftigkeit lasse das Durstgefühl oft nach, was zu gesundheitlichen Problemen führen könne. Der Minister warnte, Kinder oder geschwächte Personen dürften "niemals - auch nicht für kurze Zeit" - in geparkten Fahrzeugen zurückgelassen werden.

Foto: Felix Kästle/dpa

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