Auslastung bei 90 Prozent
Auslastung bei 90 Prozent
Rastatt (sga/dm) - Die Anzahl der Kinder wird Prognosen zufolge auch in den nächsten Jahren im Landkreis Krastatt steigen.

Bereits in den vergangenen zwölf Jahren wurde das Betreuungsangebot in den Tageseinrichtungen und der Kindertagespflege "kontinuierlich" ausgebaut, "um 24 Prozent", wie die zuständige Jugendhilfeplanerin Eva Lehmann erklärt. Und das ist auch dringend notwendig: Allein zwischen 2012 und 2017 ist die Zahl der unter Dreijährigen um etwa 1.000 gestiegen - das Betreuungsangebot wurde um etwa 730 Plätze ausgebaut. Und auch bei den Drei- bis Sechsjährigen stieg die Zahl der Kinder im gleichen Jahresabstand um etwa 370, die ebenfalls das Recht auf einen Betreuungsplatz haben.

Versorgungsquote stagnier

Das heißt: Trotz des Ausbaus an Plätzen - die Kommunen bemühten sich stark, den Bedarf zu erfüllen, so Landrat Toni Huber - stagniert die Versorgungsquote.

Demnach sind landkreisweit durchschnittlich für 35,5 Prozent der Kinder unter drei Jahren Plätze vorhanden, wobei dies in den 23 Kommunen zwischen knapp 25 und 48,6 Prozent schwankt.

Plätze in drei Gemeinden komplett belegt

Für Huber sind indes die Auslastungsquoten die vielsagenderen Zahlen. Laut Sitzungsunterlagen waren zum Stichtag im März dieses Jahres etwa 90 Prozent der vorhandenen Betreuungsplätze im Landkreis für unter Dreijährige auch belegt (1 968 von 2 214). Somit sei zwar "noch Spielraum vorhanden", so Lehmann, allerdings schließe das nicht die "dringende Notwendigkeit" eines weiteren Ange botswachstums aus. Schließlich lag in drei Kommunen die Auslastungsquote bereits bei 100 Prozent. Es lägen also noch große Kraftanstrengungen vor den Gemeinden, stellte CDU-Kreisrat Andreas Merkel fest - und dann sei immer noch nicht sicher, ob es auch gelinge, die für einen Ausbau des Angebots notwendigen Betreuungskräfte zu bekommen, wies er auf entsprechende Personalknappheit hin.

Jedenfalls: Wie zu hören war, sei im Landkreis noch kein Fall bekannt, bei dem Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz per Klageverfahren hätten durchsetzen müssen.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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