Warum es sich gut lebt im Süden
Warum es sich gut lebt im Süden
Berlin (lsw) - Die Lebensverhältnisse der Menschen in Baden-Württemberg sind besser als in vielen anderen Bundesländern. Das ergeben Zahlen aus dem "Deutschlandatlas", den Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch in Berlin zusammen mit zwei Kabinettskolleginnen vorstellte.

Demnach zählt die Steuereinnahmekraft in Baden-Württemberg mit mehr als 1.200 Euro je Einwohner zu den höchsten in Deutschland. In vielen ländlichen Gemeinden etwa in Mecklenburg-Vorpommern oder Rheinland Pfalz liegt sie unter 600 Euro je Einwohner.

Das verfügbare Einkommen ist in vielen Regionen im Südwesten überdurchschnittlich hoch, die Überschuldungsquote vergleichsweise gering - ebenso wie der Anteil von Menschen in sozialer Mindestsicherung. Baden-Württemberg und Bayern haben die Arbeitsproduktivität in den Jahren 2000 bis 2016 am stärksten gesteigert, es sind auch die beiden Länder mit der niedrigsten Arbeitslosenquote. Auch sind die Kommunen im Südwesten etwa lang nicht so verschuldet wie in anderen Ländern. Die Bestände an sogenannten Kassenkrediten, mit denen klamme Kommunen ihre Aufgaben finanzieren können, sind niedrig.

Nicht überall lebt es sich gleich gut

Nicht überall in Deutschland lebt es sich gleich gut. Die Kluft zwischen Boomregionen und den Abgehängten wächst. Wo der Schuh drückt, ist schon lange bekannt: In manchen Dörfern kommt nur zwei Mal pro Tag der Bus. Der nächste Arzt ist viele Kilometer entfernt. Viele Kommunen ächzen unter der Last ihrer alten Schuldenberge.

Die Bundesregierung will strukturschwachen Regionen aus der Krise helfen. Seehofer stellte am Mittwoch die Handlungsempfehlungen der Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse" vor - allerdings nur aus Sicht des Bundes.

Foto: Christian Charisius/Archivbild/dpa

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