Klinikum Mittelbaden im Wandel
Klinikum Mittelbaden im Wandel
Baden-Baden (ml) - Das Klinikum Mittelbaden hat 2018 mit einem Minus von knapp 5,6 Millionen Euro abgeschlossen, geht aber künftig von einem geringeren Fehlbetrag im Betriebsergebnis aus. Zudem soll der strukturelle Wandel im Angebot der Standorte weitergehen: In Ebersteinburg und Forbach stehen die Akutversorgungen auf dem Prüfstand. Dies wurde am Donnerstag bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2018 bekannt.

Die vom Landkreis Rastatt und der Stadt Baden-Baden getragene gemeinnützige Gesellschaft, die neben Krankenhäusern auch Pflegeeinrichtungen und Medizinische Versorgungszentren betreibt, schloss das vergangene Jahr mit einem Minus von 5,595 Millionen Euro ab. Im Jahr 2017 belief sich der Fehlbetrag im Betriebsergebnis noch auf knapp 3,9 Millionen Euro, wie der kaufmännische Geschäftsführer Jürgen Jung am Donnerstag berichtete.

Unterfinanzierung: Besserung in Sicht

Jung rechnet aber damit, dass sich das Minus ab dem kommenden Jahr deutlich verringern dürfte. Hintergrund ist eine Neuregelung bei der Finanzierung der Krankenhäuser durch die Krankenkassen. Bislang werden deren stationäre Leistungen nach Fallpauschalen für Behandlungen abgerechnet. Dabei gibt es einen bundeseinheitlichen Satz für die sogenannte "Pfelge am Bett", also die rein pflegerischen Leistungen im Krankenzimmer. Ab 2020 werden diese Kosten aus den Fallpauschalen herausgerechnet und den Kliniken die tatsächlich entstehenden Kosten erstattet. Das sorge vor allem bei den kommunal betriebenen Kliniken in Baden-Württemberg und Bayern für deutliche Mehreinnahmen. Denn sie müssen für ihre nach dem Tarif der Kommunen bezahlten Pflegekräfte deutlich mehr Geld aufwenden als viele private Betreiber oder Kliniken in anderen Bundesländern. Wäre diese Erstattung bereits 2018 erfolgt, wäre das Minus im Betriebsergebnis um knapp 3,6 Millionen Euro geringer ausgefallen, rechnete Jung vor.

Ebersteinburg und Forbach im Blick

Fortsetzen will das Klinikum den Umbau seiner Struktur. Die Konzentration bestimmter Angebote auf einzelne Standorte soll weitergehen. So werde man im Herbst über die künftigen Angebote an den Standorten Ebersteinburg und Forbach beraten. Denkbar wäre, dort die internistische Akutversorgung nicht mehr anzubieten. Eine Schließung der Standorte sei aber nicht geplant, so Jung.

Nur noch 28 Betten in Forbach belegbar

Die wichtigsten Gründe für eine weitere Konzentration sind die steigenden Anforderungen an die Qualität der in Kliniken erbrachten Leistungen sowie der Fachkräftemangel. In Forbach musste wegen offener Stellen im Pflegebereich die Zahl der belegbaren Betten von 40 auf 28 heruntergefahren werden.

Foto: Markus Mack/Archiv

Ausführliche Berichte zu der Entwicklung des Klinikums Mittelbaden erscheinen in der Freitagsausgabe sowie (ab 4 Uhr) im E-Paper.

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