Rotschwänzchen nistet sich mit Piepmatz im Briefkasten ein
Rotschwänzchen nistet sich mit Piepmatz im Briefkasten ein
Durmersheim (HH) - Wohnraum zu finden, ist anscheinend auch für Vögel nicht einfach. Warum sonst sollte sich eine Rotschwänzchen-Mutter mit ihrem Nachwuchs in Durmersheim im Briefkasten von Egon Heck einquartiert haben? Schön pfiffig hat sie in dem blechernen Behälter, der mit Klingel und Gegensprechanlage kombiniert ist, ein Abteil gewählt, das außer Betrieb ist. Leerstand sozusagen.

Hineingeschlüpft ist die gefiederte Mieterin durch eine kleine runde Luke. Mit dünnen Zweigen und Blättern hat sie ein Nest gepolstert, in dem sie nun ein Kind aufzieht. "Ein bisschen spät", wunderte sich Heck über den Zeitpunkt und freute sich über die unerwarteten Gäste. Der winzige Piepmatz ist noch nicht flügge, er verbringt die Zeit mit Warten auf Mama, die Futter beischafft. Solange späht er schüchtern nach draußen. Beim Versuch, den Kleinen allein zu Haus zu fotografieren, dauerte es nicht lange, bis seine Erzieherin auftauchte, um mit lautem Rufen Präsenz zu bekunden.

Rotschwänzchen werden als einzelgängerisch beschrieben, nur während der Balz und des Brütens leisten sie sich Gesellschaft. Beim Nestbau seien sie flexibel und ließen sich auch von Geräuschen nicht stören. Am Hoftor von Egon Heck sieht man den Beweis. Wenn der Postbote kommt, scheppert neben der Kinderstube der Briefkastendeckel. Für Frau Vogel kein Grund, ans Ausziehen zu denken. Rotschwänzchen junior muss erst groß und stark werden.

Foto: Helmut Heck

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