Falsche Polizisten betrügen Frau
Falsche Polizisten betrügen Frau
Baden-Baden (red) - Betrüger haben sich am Donnerstagnachmittag als Kriminalbeamte ausgegeben und eine 80-jährige Frau aus Varnhalt dazu gebracht, einen fünfstelligen Betrag auszuhändigen. Danach wollten sie noch mehr Geld - dabei flog die Masche auf. Die Täter konnten aber nicht gestellt werden.

Die Seniorin erhielt gegen 15.45 Uhr den Anruf eines vermeintlichen Kriminalbeamten aus Berlin. Der Unbekannte gaukelte der betagten Dame vor, dass deren Tochter in Berlin einen Unfall verursacht habe und nun zur Abwendung einer vorübergehenden Haftstrafe eine Kaution hinterlegt werden müsse, heißt es im Polizeibericht.

Lügengeschichte glaubhaft vorgetragen

Die erfundene Geschichte wurde derart glaubhaft vorgetragen, dass sich die 80-Jährige zu einer Geldübergabe hinreißen ließ. Rund 15 Minuten später erschien eine etwa 40 Jahre alte Frau mit einer auffallend kleinen und schlanken Statur an der Haustür der Betrogenen. Die Geldabholerin mit europäischem Erscheinungsbild hatte lange, dunkle Haare und sprach akzentfreies Deutsch.

Bankangestellte verständigt Polizei

Die Betrüger ließen auch nach dem Erhalt des Geldes nicht locker und überredeten die Frau, noch weiteres Bargeld zu beschaffen. Als die 80-Jährige bei ihrer Bank in Steinbach vorsprach, flog der Schwindel auf. Eine aufmerksame Bankangestellte hinterfragte den Grund der Geldabhebung und verständigte die echte Polizei. Zu einer weiteren Geldübergabe kam es daher nicht.

Bislang konnten die Ermittler den Betrügern nicht habhaft werden.

Die Polizei warnt:

- Die "echte" Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen.

- Rufen Sie nie die am Telefon angezeigte Nummer zurück, sondern fragen Sie beim Notruf 110 nach!

- Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt.

- Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.

- Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

- Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

- Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

- Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.

Symbolfoto: Martin Gerten/dpa

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