KSC legt Protest gegen Wertung ein
KSC legt Protest gegen Wertung ein
Karlsruhe (lsw) - Die Reaktion des Karlsruher SC in der Causa Bakery Jatta ließ nach der Heimpleite gegen den Hamburger SV nicht lange auf sich warten. Am Montagmittag legte der badische Fußball-Zweitligist Protest gegen die Wertung des 2:4 gegen die Hanseaten ein. Der Einspruch "erfolgt im Hinblick auf die nach wie vor ungeklärte Situation um die Spielberechtigung des HSV-Spielers Bakery Jatta", teilte der Aufsteiger in einer knappen Mitteilung mit.

Der KSC folgte damit dem Beispiel des 1. FC Nürnberg und des VfL Bochum, so wie es schon am Sonntag nach dem Abpfiff zu vermuten gewesen war. "In jedem normalen Fall wird der Gegner Protest einlegen, wenn er mitbekommen hat, dass ein Spieler eingesetzt wurde, der keine Spielberechtigung hatte. Das ist ein ganz normaler Vorgang", hatte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther gesagt.

Das verlange die Pflicht der Verantwortlichen, die Interessen des Vereins zu vertreten. "Unabhängig von emotionalen Dingen oder davon, was wir selbst gerne hätten", sagte der ehemalige Vorsitzende Richter am Landgericht Karlsruhe.

Wellenreuther suchte Gespräch mit HSV-Trainer Hecking

Wellenreuther hatte noch lange nach dem Spiel am Mannschaftsbus der Gäste aus dem Norden gestanden und mit HSV-Trainer Dieter Hecking gesprochen. "Wir sind uns nach wie vor einig. Das alles ist die Folge einer ungeklärten Situation", erklärte Wellenreuther. Und meinte damit unter anderem auch die Pfiffe der Fans gegen Jatta.

Zweifel über Identität des Gambiers

Die "Sport Bild" hatte über Zweifel an der Identität des Gambiers berichtet, der Deutsche Fußball-Bund sowie das Bezirksamt Hamburg-Mitte untersuchen die Berechtigung von Spielerlaubnis und Aufenthaltsgenehmigung. Bis Freitag muss sich Jatta beim Hamburger Bezirksamt äußern. Der Afrikaner war 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen und spielt seit 2016 für den HSV.

Pfiffe begleiten Spiel in Karlsruhe

Im Wildpark-Stadion erlebte Jatta einen alles andere als angenehmen Sonntagnachmittag. Im Verlauf der ersten 45 Minuten wurde er bei jedem Ballkontakt mit Pfiffen bedacht. Ob diese nun der ungeklärten Situation, der offensichtlichen Schwalbe aus der Anfangsphase oder beidem gleichermaßen geschuldet waren, darüber herrschte nicht nur in der Pressekonferenz nach dem Spiel großer Dissens.

DFB steht in der Kritik

Die Kritik beider Clubs war daher auch vor allem an den Deutschen Fußball-Bund adressiert. Dessen Sportgericht muss letztendlich über die Rechtmäßigkeit der Spielgenehmigung entscheiden. "Der DFB muss prüfen, wenn Zweifel an einer wirksamen Spielberechtigung vorliegen, ob diese Zweifel berechtigt sind beziehungsweise die Spielberechtigung in Ordnung ist", sagte Wellenreuther. Das sei nicht die Aufgabe des KSC. "Und da erwarten wir nach drei Wochen endlich mal Klarheit", forderte er. Da habe Hecking vollkommen Recht.

"Da muss jetzt mal Schicht rein. DFL und DFB sind jetzt gefordert", hatte zuvor auch der HSV-Trainer betont. Denn unabhängig von einer möglichen politischen Motivation des Pfeifkonzerts von Karlsruhe, ist Hecking überzeugt: "Das wird in jedem Stadion jetzt so sein. Je länger das Thema gärt, desto mehr werden die, die wenig Verstand haben, das ausnutzen wollen".

Foto: Uli Deck/dpa

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