Wenn der Unterhalt nicht gezahlt wird....
Wenn der Unterhalt nicht gezahlt wird....
Rastatt (red) - Vor genau zwei Jahre ist das Unterhaltsvorschussgesetz reformiert worden, woran das Landratsamt Rastatt in einer Mitteilung erinnert. Das brachte deutliche Verbesserungen für Kinder, bei denen ein Elternteil keinen Unterhalt zahlt.

Bis zu der Reform konnte Unterhaltsvorschuss nur maximal 72 Monate und höchstens bis zum zwölften Lebensjahr geleistet werden. Beide Einschränkungen sind mit der Reform entfallen, sodass grundsätzlich bis zum 18. Lebensjahr die Möglichkeit besteht, Unterhaltsvorschussleistungen zu erhalten.

Allerdings hat das neue Gesetz für die sogenannte dritte Altersstufe ab zwölf Jahren auch Einschränkungen gebracht. So muss beispielsweise ab diesem Lebensalter geprüft werden, ob und in welcher Höhe Leistungen vom Jobcenter vorliegen. Davon hängt ein möglicher Unterhaltsvor-schussbezug ab, informiert das Landratsamt weiter. Auch ist ab dem 15. Lebensjahr regelmäßig eine Schulbescheinigung vorzulegen. Hintergrund ist hierbei, dass bei Einkünften der Berechtigten beispielsweise aus einem Ausbildungsverhältnis eine teilweise Anrechnung auf die Leistungen zu erfolgen hat.

Doppelt so viele Kinder profitieren

Für viele ist eine deutliche Verbesserung zu spüren, resümiert Gerald Maisberger, Leiter des Jugendamtes des Landkreises Rastatt. Dies wird auch in den Fallzahlen deutlich. Ende 2016 wurden im Landratsamt 894 Zahlfälle geführt, Ende 2018 ergaben sich 1.646. "Damit bewirkte die Reform nahezu eine Verdoppelung der Fallzahlen". Überwiegend handelt es sich um Fälle der dritten Altersstufe. "Unbestritten ist somit, dass die Reform durchaus notwendig war", so Maisberger.

Im Amt wächst der Personalbedarf

Spürbar sind die Konsequenzen der Leistungsausweitung allerdings auch für die kommunale Ebene. Neben der Steigerung der Fallzahlen stieg auch der Personalbedarf. Für das Landratsamt Rastatt bedeutete dies eine Veränderung und finanzielle Mehrbelastung von ehemals vier auf siebeneinhalb Stellen.

Die Landkreisverwaltung stellt weiter fest, dass durch die reformbedingten Neu-Fälle in der Regel nur begrenzt Rückforderungen von Unterhaltspflichtigen realisiert werden können. Letztendlich liegen in Bezug auf einen finanziellen Rückgriff oft aussichtslose Fälle vor, in denen der unterhaltspflichtige Elternteil mittlerweile durch Krankheit erwerbsunfähig wurde, sich ins Ausland abgesetzt hat oder gar unbekannten Aufenthaltes ist. "Dennoch sind die Bemühungen der Unterhaltsvorschusskasse sehr groß, zumindest alle Möglichkeiten einer Heranziehung auszuschöpfen", erklärt Maisberger.

Kontakt: Landratsamt Rastatt, Jugendamt, (0 72 22) 38 10.

Symbolfoto: Frank Leonhard/dpa

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