Rastatt: Doch nicht Willy-Brandt-Brücke
Rastatt: Doch nicht Willy-Brandt-Brücke
Rastatt (dm) - Die "Hindenburgbrücke" in Rastatt wird nicht in Willy-Brandt-Brücke umbenannt. Den Antrag der SPD, den die Verwaltung nun als Beschlussvorschlag vorlegte, hat der Gemeinderat mit 25 Nein- gegen 17-Ja-Stimmen abgelehnt (eine Enthaltung).

Es war der dritte Anlauf in der Sache, nachdem der im Januar gestellte Antrag im April vertagt und im Mai - kurz vor der Kommunalwahl - von der Tagesordnung genommen worden war. Trotzdem wäre den Fraktionssprechern von CDU, FW und FuR zufolge eine Würdigung des früheren Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers weiter möglich.

Diese sträubten sich zwar gegen den Brückenantrag. Sie stellten aber in Aussicht, künftig einen der umgestalteten Plätze in der Stadt nach ihm zu benennen. Brigitta Lenhard (CDU) brachte den neuen Postvorplatz ins Spiel, ebenso Herbert Köllner (FW), der zudem die obere Kaiserstraße oder den Bahnhofsvorplatz als Möglichkeiten nannte. Ein konkreter Antrag hierzu wurde indes nicht gestellt - weshalb SPD-Fraktionsvorsitzender Joachim Fischer bezweifelte, dass den Worten "Taten folgen". Er sprach von einer "Peinlichkeit". OB Hans Jürgen Pütsch schlug vor, in einer Fraktionsvorsitzendenbesprechung einen Konsens über die Namensgebung an anderer Stelle zu finden, doch Fischer forderte dazu auf, nun "Farbe zu bekennen" für den Mann, den er als einen Wegbereiter der deutschen Einheit, Architekten der Entspannungspolitik und Versöhner skizzierte.

Entgegen der SPD- und Grünen-Auffassung, dass die Brücke keinen offiziellen Namen habe - sie hieß mal Friedensbrücke, Hindenburgbrücke, Neue Brücke, ohne dass dazu Ratsbeschlüsse bekannt seien -, sah die Mehrheit die so beschilderte "Hindenburgbrücke" im Volksmund verankert. Auch die AfD lehnte die Umbenennung ab. Beiträge zu Hindenburg und dessen historischer Wertung unterband der OB jedoch. Es sollte allein darum gehen, ob Brandt Namensgeber sein soll.

Foto: Egbert Mauderer

Impressum - Nutzungsbedingungen - Datenschutz