Mysteriös: Wem gehört das Auto im Hauenebersteiner Wald?
Mysteriös: Wem gehört das Auto im Hauenebersteiner Wald?
Von Janina Fortenbacher

Baden-Baden - Ein verlassenes Auto steht mitten in einem einsamen Wald. Weit und breit ist keine Menschenseele. Es ist mucksmäuschenstill. Nur der Wind pfeift leise durch die dichten Baumkronen.

Beim näheren Betrachten des Autos sind im Innenraum Gummihandschuhe, ein Feuerzeug und ein Kartonmesser zu erkennen. Die hinteren Scheiben des Fahrzeugs sind getönt. Und trotzdem sind Angelruten, Decken und einen Campingstuhl im Kofferraum zu sehen.

Was sich anhört wie der Anfang eines Thrillers, ist der mysteriöse Fund eines Naturliebhabers in Haueneberstein.

Vor rund vier Wochen stieß er im Wald in der Nähe des Eberbachs auf einen verlassenen, dunkelblauen Peugeot 807. Das Kennzeichen deutete darauf hin, dass es sich um einen ausländischen Wagen handele, erzählt der Finder. Als sich das Auto auch nach einigen Tagen noch an derselben Stelle befand, wurde der Waldbesucher stutzig. Er vermutete, dass ein Kriminalfall dahinter stecken könnte!

Nach Wochen sind plötzlich die Kennzeichen weg

Das Polizeirevier Baden-Baden kann das aber nicht bestätigen: "Würden wir wegen eines kriminellen Hintergrunds ermitteln, hätten wir das Auto geholt", so ein Polizeisprecher auf BT-Nachfrage. Doch auch nach mehr als vier Wochen steht der Peugeot noch im Hauenebersteiner Wald, mit dem einzigen Unterschied, dass die Kennzeichen plötzlich nicht mehr auffindbar sind. Ob sie im Nachhinein von jemandem entfernt wurden, der etwas verbergen möchte, oder ob die Polizei es mitgenommen hat, ist nicht bekannt.

Stadt hat Polizei beauftragt

Den Waldbesucher ärgert allerdings mehr, dass das Auto immer noch mitten in der Natur steht. Laut Polizei zählt die Angelegenheit zum "ruhenden Verkehr", deshalb sei der Gemeindevollzugsdienst (GVD) für das Fahrzeug verantwortlich.

Die BT-Redaktion hat bei der Stadtpressestelle nachgehakt: Dort sei man bereits über den verlassenen Wagen informiert worden, berichtet Christiane Fritsch. Man habe die Polizei beauftragt, den Halter ausfindig zu machen. Dies könne allerdings eine Weile dauern. Kann die Polizei den Halter feststellen, müsse dieser sein Fahrzeug innerhalb einer Frist von zwei Wochen entfernen, erklärt Fritsch. Komme er dem nicht nach, werde es auf seine Kosten abgeschleppt.

Kann kein Halter festgestellt werden, sei es die Aufgabe des Forstamts, das Auto zu entsorgen. Die Kosten trage dann die Stadt. Wer das verlassene Fahrzeug letztlich entfernt, ist dem Naturliebhaber egal - nur schnellstmöglich sollte es passieren, denn "ein herrenloses Auto gehört auf den Schrottplatz und sollte nicht irgendwo mitten in der Natur verrotten."

Foto: Janina Fortenbacher

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