Klimawandel setzt Gesundheit zu
Klimawandel setzt Gesundheit zu
Berlin (dpa) - Heiße Tage sind anstrengend für den Körper und werden in der Bundesrepublik im Zuge des Klimawandels immer häufiger werden. Vor allem dem Herz-Kreislauf-System machten hohe Temperaturen und große Temperatursprünge binnen kurzer Zeit zu schaffen, sagt Andreas Zeiher, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Die Folge? "Vermehrte Herzinfarkte". Das zeigen verschiedene Studien.

Zeiher sieht die Klimaveränderungen als ein größeres Gesundheitsrisiko als das Rauchen - "weil die ganze Bevölkerung betroffen ist." Und: Gegen Temperaturschwankungen und Hitze könne man nichts machen - anders als etwa Nichtraucher zu werden. Die Klimaveränderungen seien "ganz sicher" eine der größten Herausforderungen für das Gesundheitssystem in den nächsten 20 bis 50 Jahren. "Denn neben den Temperaturveränderungen gehen damit zum Beispiel Brände und eine erhöhte Luftverschmutzung einher."

Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko steigen

"Hitze und insbesondere abrupte Temperaturveränderungen bedeuten Stress für den Körper und das Herz-Kreislauf-System", erklärt Mediziner Zeiher. Stresshormone würden ausgeschüttet, in der Folge verengten sich die Gefäße, das Blut werde klebriger und dickflüssiger. Die Gefahr für einen Herzinfarkt und auch für einen Schlaganfall steige. "Wir verzeichnen ein höheres Auftreten von Herzinfarkten und Schlaganfällen und insgesamt von Notfall-Besuchen im Krankenhaus an sehr heißen Tagen", sagt Zeiher.

Eine Reihe von Studien habe gezeigt, dass sich bei höherer Lufttemperatur die Sterberate bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht, sagt auch Elke Hertig, Professorin für Klimawandel und Gesundheit an der Universität Augsburg. "Die Sterberate bei Hitzewellen kann sich um zwei bis drei Prozent erhöhen."

Wie können sich gefährdete Gruppen bei Hitze und Temperatursprüngen wappnen? Viel trinken, bei hohen Temperaturen den Körper nicht außerordentlich fordern und belasten sowie gegebenenfalls in kühlen Innenräumen bleiben, sagen die Wissenschaftler übereinstimmend.

Symbolfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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