Lücken beim Impfschutz von Kindern im Mittelbaden
Lücken beim Impfschutz von Kindern im Mittelbaden
Rastatt (red) - 2.253 Erstklässler aus dem Landkreis Rastatt und dem Stadtkreis Baden-Baden sind in der Einschulungsuntersuchung im vorletzten Kindergartenjahr vom Gesundheitsamt im Landratsamt Rastatt untersucht worden.

Dabei war das Team des Gesundheitsamts vom Herbst 2017 bis Sommer 2018 in insgesamt 139 Kindertageseinrichtungen tätig, um bei allen Kindern die Teilnahme an den "U-Untersuchungen", den Impfschutz, etwaiges Über- und Untergewicht, die motorischen Fertigkeiten, das Seh- und Hörvermögen sowie den Sprachstand zu erfassen.

Wichtig ist, dass es bei der Einschulungsuntersuchung im vorletzten Kindergartenjahr nicht um die Schulreife der Kinder geht, sondern darum, etwaige noch bestehende Förderbedarfe früh zu entdecken. So haben betroffene Kinder bis zum tatsächlichen Schulstart noch Zeit für notwendige Entwicklungsschritte, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Masernschutz teilweise ganz gut

In diesem Jahr stellten die Prüfer fest, dass die Masernimpfquoten wieder angestiegen waren, allerdings gibt es Verbesserungsbedarf bei der rechtzeitigen Verabreichung der Impfung. Die erforderliche Imfpquote für sicheren Masernschutz von 95 Prozent wurde in diesem Jahrgang im nördlichen und südlichen Landkreis sowie im Murgtal erreicht. Baden-Baden liegt mit 94 Prozent knapp darunter, für die Stadt Rastatt beläuft sich die Quote auf 91 Prozent.

Werden zusätzlich Abrechnungsdaten der kassenärztlichen Vereinigung einbezogen, so zeigt sich laut Gesundheitsamt, dass im Land- und Stadtkreis nur bis zu drei Viertel der Kinder zeitgerecht nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, das heißt bis zum Alter von 24 Monaten, vollständig gegen Masern geimpft worden sind. Demzufolge hat im Durchschnitt jedes vierte zweijährige Kind bislang keinen ausreichenden Impfschutz vor einer Maserninfektion.

Auch die Impfquoten gegen Keuchhusten, einer weiteren im frühen Kindesalter anstehenden Impfung, sind laut Gesundheitsamt nicht zufriedenstellend. So nahm der Anteil an vollständig gegen Keuchhusten geimpften Kindern in den letzten vier Jahren im Landkreis Rastatt ab.

Viele Kinder mit sprachlichem Förderbedarf

Die Auswertung des in der Einschulungsuntersuchung festgestellten intensiven Sprachförderbedarfs ist ein fester Bestandteil des jährlichen Gesundheitsberichts. Da die Sprache der Schlüssel zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe ist, bleibt die Sprachförderung in den Kitas eine zentrale Aufgabe.

Im Einzugsgebiet des Gesundheitsamts haben inzwischen rund 27 Prozent der untersuchten Kinder einen intensiven Sprachförderbedarf. Laut Gesundheitsamt lag die Quote im Vorjahr noch bei 23 Prozent. 2019 schwanken die Anteile von Kindern mit intensivem Sprachförderbedarf zwischen rund zwölf Prozent im nördlichen Landkreis und bis zu 51 Prozent im Stadtgebiet Rastatt. Eine kontinuierliche Zunahme und die Optimierung von Sprachförderung ist in den Familien und in den Kitas zu empfehlen, damit der später folgende Schulstart gut gelingen kann.

Die Ergebnisse zur Seh- und Hörtestung, zum Über- und Untergewicht sowie zu den motorischen Fertigkeiten sind den Angaben zufolge im Vergleich zum Vorjahr zumeist stabil geblieben.

Symbolfoto: Ole Spata/dpa

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