Alternative Nobelpreise bekannt gegeben
Alternative Nobelpreise bekannt gegeben


Stockholm (dpa) - In Stockholm sind am Mittwoch die Preisträger des Alternativen Nobelpreises bekannt gegeben worden.

Die derzeit prominenteste Preisträgerin ist die Klimaaktivistin Greta Thunberg. Zudem wird die Menschenrechtskämpferin Aminatu Haidar aus der Westsahara, die chinesische Frauenrechtlerin Guo Jianmei sowie der brasilianische Ureinwohner Davi Kopenawa und seine indigene Vereinigung Hutukara Yanomami mit dem Preis geehrt.

Insgesamt ehrt die Right Livelihood Stiftung mit den diesjährigen Auszeichnungen "vier praktische Visionäre, deren Einsatz es Millionen von Menschen ermöglicht, ihre grundlegenden Rechte zu verteidigen und für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zu kämpfen", wie von Uexküll erklärte. Dabei ist mit Haidar erstmals eine Persönlichkeit aus der Westsahara unter den Preisträgern. Sie kämpft seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit und Selbstbestimmung der Bevölkerung in der Region und eine Unabhängigkeit ihrer Heimat. Haidar schrieb auf Twitter, der Preis sei Anerkennung für die Würde und den gewaltfreien Kampf des Volkes der Westsahara für Freiheit und Unabhängigkeit.

Thunberg erhält die Auszeichnung für ihren Einsatz für mehr Klimaschutz. "Thunberg ist die mächtige Stimme einer jungen Generation, die die Konsequenzen des heutigen politischen Versagens beim Stoppen des Klimawandels tragen werden muss", sagte Stiftungsdirektor Ole von Uexküll auf einer Pressekonferenz. Sie habe Millionen Menschen dazu inspiriert, ihre Stimme zu erheben.

Die Juristin Guo Jianmei erhält den Alternativen Nobelpreis für ihren beharrlichen Einsatz für die Stärkung der Frauenrechte in China. Sie hat laut der Stiftung bereits Tausenden benachteiligten Frauen den Zugang zur Justiz ermöglicht.

Davi Kopenawa und seine Vereinigung Hutukara Yanomami werden zudem für ihr mutiges und entschlossenes Engagement für Wald und Artenvielfalt im Amazonas sowie die dort lebenden Ureinwohner ausgezeichnet.

Der gewöhnlich als Alternativer Nobelpreis bezeichnete Right Livelihood Award wird seit 1980 und damit in diesem Jahr zum 40. Mal verliehen. Der spendenfinanzierte Preis steht in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen. Während der Award oft eher unbekannte Persönlichkeiten ehrt und somit zu mehr Bekanntheit verhilft, findet sich mit Thunberg diesmal eine weltberühmte Aktivistin unter den Preisträgern.

Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld in Höhe von jeweils einer Million schwedischen Kronen (93.500 Euro) ist für die Arbeit der Geehrten bestimmt. Darüber hinaus wird den Preisträgern von der Stiftung langfristige Unterstützung für ihr Vorhaben und Hilfe in lebensbedrohlichen Situationen zugesichert.

Fotos: dpa

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