Deutlich weniger Diesel-Autos in Stuttgart
Deutlich weniger Diesel-Autos in Stuttgart
Stuttgart (lsw) - Seit der Einführung erster Fahrverbote haben sich viele Stuttgarter von ihren alten Diesel-Autos getrennt. Ende August waren in der Landeshauptstadt 12.081 Diesel-Wagen der Euronorm 4 und schlechter gemeldet. Ende vergangenen Jahres waren es hingegen noch 21.285 Fahrzeuge.

Ihr Anteil an allen gemeldeten Fahrzeugen sank im gleichen Zeitraum von 7,1 auf 3,9 Prozent.

Seit Anfang 2019 gelten in Stuttgart grundsätzlich Fahrverbote für Diesel der Euronorm 4 und schlechter. Insgesamt sind in der Stadt derzeit rund 305.871 Pkw gemeldet. Etwa jedes vierte Fahrzeug ist noch ein Diesel. Das geht aus Zahlen des Statistischen Amtes der Landeshauptstadt hervor.

Als Nächstes soll es Anfang 2020 streckenbezogene Fahrverbote für Diesel der Euronorm 5 geben - sofern die Stickstoffdioxid-Grenzwerte bis dahin nicht doch noch eingehalten werden. Ende August waren noch 21.944 Diesel dieser Schadstoffklasse in Stuttgart gemeldet. Sie machten einen Anteil von 7,2 Prozent an allen Fahrzeugen aus.

Greifen die Maßnahmen zur Luftreinhaltung nicht so weit, dass die Grenzwerte für Stickstoffdioxid eingehalten werden, will die grün-schwarze Landesregierung bis Ende April 2020 über mögliche großflächige Fahrverbote für Euro-5-Diesel entscheiden. Der EU-Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft.

OB: Auch Verbote für Euronorm 5 möglich

Für Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) ist derweil noch offen, ob es in Stuttgart im kommenden Jahr großflächige Fahrverbote für Diesel der Euronorm 5 geben wird. Es hänge von einer Handvoll Faktoren ab, ob man auf zonale Fahrverbote verzichten könne, sagte Kuhn der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. "Am Ende entscheidet die Landesregierung."

Kuhn erklärte: "Wenn die Sommer sehr heiß sind, ist die Stickoxidbildung größer. Viel Wind und viel Regen sind hingegen gut gegen Stickoxide in der Luft." Ein Faktor sei auch, wie die Maßnahmen zur Luftreinhaltung tatsächlich wirkten - etwa die Luftfiltersäulen. "Und es ist die Frage, wie schnell die Leute ihre Euro-5-Diesel ersetzen, wie schnell sich Elektromobilität in der Stadt entwickelt und wie viele Leute auf öffentliche Busse und Bahnen umsteigen."

Symbolfoto: Jan Woitas/dpa

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