Welterbe-Entscheidung 2020?
Welterbe-Entscheidung 2020?
Baden-Baden (red/hol) - Die Experten, die über den Antrag der Kurstadt und zehn weiterer europäischer Badeorte auf die Aufnahme ins Unesco-Welterbe entscheiden, waren im September drei Tage lang in Baden-Baden unterwegs. Möglicherweise wird im Sommer kommenden Jahres über den gemeinsamen Antrag unter dem Titel "Great Spas of Europe" entschieden.

Zwei Gutachter des Internationalen Rates für Denkmalpflege (Icomos) haben in den Wochen vom 10. September bis 2. Oktober alle elf im Antrag genannten Kurstädte des 19. Jahrhunderts unter die Lupe genommen.

In der Zeit von Mittwoch, 18., bis Freitag, 20. September, warensie in Baden- Baden unterwegs. "Mit mehr als 770 Kulturdenkmalen im historischen Stadtkern verfügt Baden-Baden über eine enorm reiche Denkmallandschaft mit dem herausragenden Gebäudebestand eines Weltbades des 19. Jahrhunderts", so Katrin Schütz, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium. "Die Kurstadt bringt damit die besten Voraussetzungen für ein Weltkulturerbemit. Die Bewahrung eines Welterbes lenkt den Blick nach Baden-Württemberg, bringt jedoch auch eine große Verantwortung mit sich."

Oberbürgermeisterin Margret Mergen betonte: "Die erhaltenen Kurquartiere und Gebäude wie das Kurhaus mit Casino, das Friedrichsbad, das Stadttheater und die Stourdza-Kapelle als Orte gelebter Traditionen tragen dazu bei, dass sich Baden-Baden das Flair der ,Sommerhauptstadt Europas' des 19. Jahrhunderts bewahrt hat."

Überprüfung der Lage vor Ort

Der Besuch der Icomos-Experten diente unter anderem der Bewertung des Baden-Badener Beitrags, der Prüfung des Erhaltungszustandes des Gebäudebestands und der Parks sowie der möglichen Abgrenzung von Kern- und Pufferzone. Zudem ging es um die Wirksamkeit der bestehenden Schutzmechanismen sowie des Managements und der Vermittlungsarbeit. Die nun abgeschlossene Expertenbegehung in allen elf Bewerberstädten gehört zum Evaluierungsverfahren, das Icomos im Auftrag der Unesco durchführt. Eine Entscheidung über den Antrag wird laut Mitteilung frühestens im Sommer 2020 bei der 44. Sitzung des Welterbekomitees der Unesco in China erwartet.

Foto: Zeindler-Efler/Archiv

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