Ufo modelt Warnstreiks um
Ufo modelt Warnstreiks um
Frankfurt/Rheinmünster (dpa) - Die Kabinengewerkschaft Ufo hat ihren für morgen früh angekündigten Warnstreik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft zwar kurzfristig abgesagt. Der am Freitag nachgeschobene Streikaufruf für vier weitere deutsche Flugbetriebe des Konzerns bleibt nach den Worten des Ufo-Sprechers Nicoley Baublies aber bestehen.

Nun sollen am Sonntag zwischen 5 und 11 Uhr bundesweit sämtliche Starts der Töchter Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und SunExpress bestreikt werden, wie die Gewerkschaft mitteilte.

Mit dieser Drohung sind immer noch mehr als 300 Abflüge im Streikzeitraum gefährdet. Zehntausende Passagiere müssen weiterhin um ihre Verbindungen bangen. Betroffen sind nun Eurowings-Basen wie Düsseldorf, Stuttgart oder Berlin. Auch der Baden-Airpark hat Eurowings-Verbindungen.

Schätzungsweise 60.000 Passagiere betroffen

Bei mehr als 300 Flügen wären schätzungsweise rund 60.000 Passagiere betroffen. Hunderte Flugbegleiter sind zum Streik aufgerufen. In Mittelstreckenflugzeugen sind üblicherweise vier Flugbegleiter an Bord.

"Wir sind streikbereit", hatte der stellvertretende Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr gestern erklärt. Die Gewerkschaft verlangt für die rund 22.000 Flugbegleiter bei der Lufthansa offiziell 1,8 Prozent mehr Geld. Für die übrigen Flugbetriebe gelten andere spezifische Tarifziele.

Tiefes Zerwürfnis zwischen Ufo und Lufthansa

Hinter dem Arbeitskampf steckt aber ein tiefes Zerwürfnis zwischen Ufo und dem Lufthansa-Konzern. Das Unternehmen erkennt den Ufo-Vorstand nach erheblichen Führungsquerelen nicht mehr als vertretungsberechtigt an und will der Gewerkschaft gerichtlich die Tariffähigkeit absprechen lassen. Der langjährige Ufo-Vorsitzende Baublies wurde sogar aus dem Lufthansa-Dienst entlassen. Den nun abgesagten Streik bewertet Lufthansa in dieser Logik als rechtswidrig und hat Teilnehmern mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht.

Verdi fordert Lufthansa auf, zu verhandeln

Parallel hat die DGB-Gewerkschaft Verdi die Lufthansa zu Verhandlungen über das Kabinenpersonal aufgefordert. Der Ufo-Vize Flohr wirft dem Konzern vor, seine Gewerkschaft zugunsten der Konkurrenz Verdi kaltstellen zu wollen.

Intern hatte die Lufthansa nach Flugbegleitern gesucht, die am Sonntag freiwillig arbeiten. Die Fluggäste sind aufgefordert, sich über den Status ihrer Flüge zu informieren.

Foto: Berg/dpa

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