Neue Daten bestätigen Insektensterben
Neue Daten bestätigen Insektensterben
München (dpa) - Auf Wiesen und in Wäldern in Deutschland sind deutlich weniger Insekten und andere Gliederfüßer unterwegs als noch vor einem Jahrzehnt. Das belegen neue Daten aus drei Regionen Deutschlands, darunter auch die Schwäbische Alb.

Die Daten haben Forscher unter Leitung der Technischen Universität München (TUM) ausgewertet. Zumindest in den Graslandschaften stehe der Artenschwund vermutlich im Zusammenhang mit der Landwirtschaft, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature".

Mehr als eine Million Daten von Gliederfüßer analysiert

Insgesamt analysierten die Wissenschaftler Daten von mehr als einer Million Gliederfüßer, die zu mehr als 2.700 Arten gehörten. Sowohl auf Wiesen als auch in Wäldern ging die Zahl der Arten, also die Vielfalt, im Untersuchungszeitraum um etwa ein Drittel zurück. Auch die Gesamtmasse an Gliederfüßern nahm ab, besonders ausgeprägt in den Graslandschaften - um 67 Prozent. In den Wäldern schrumpfte sie um etwa 40 Prozent. Den Einfluss schwankender Wetterbedingungen berücksichtigten die Forscher bei der Auswertung.

Ursache kann nicht genau ausgemacht werden

Die genaue Ursache für den Artenschwund konnten die Forscher nicht ausmachen, sie vermuten aber in der intensiven Landwirtschaft einen bedeutsamen Faktor. So stellten sie fest, dass der Schwund von Insekten und anderen Gliederfüßern auf jenen Grasflächen besonders ausgeprägt war, die von landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen umgeben waren. Die Experten betonen: "Um den Rückgang aufzuhalten, benötigen wir ausgehend von unseren Ergebnissen eine stärkere Abstimmung und Koordination auf regionaler und nationaler Ebene."

Foto: Fabian Sommer/dpa

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