Trauerfeier für Erhard Eppler
Trauerfeier für Erhard Eppler

Schwäbisch Hall (bjhw) - „Seine Thesen waren und bleiben für uns, unsere Kinder und Enkelkinder von größter, von wirklich überlebenswichtiger Bedeutung“, sagte Altkanzler Gerhard Schöder. 400 politische Weggefährten, Familienangehörige, Freund und Schwäbisch Haller Bürger haben am heutigen Donnerstag Abschied vom früheren Bundesentwicklungshilfeminister und SPD-Landesvorsitzenden Erhard Eppler genommen.

Angesichts der aktuellen Herausforderung, so Schröder, die der Klimawandel verursache, „bleibt das Ziel einer sozialen und ökologischen Demokratie sein Vermächtnis“. Die kommissarische SPD-Bundesvorsitzende Malu Dreyer erinnerte vor 400 Trauergästen in der Stadtpfarrkirche St. Michael an den 10. Oktober 1981, als sie, „gerade mal 20 Jahre alt, noch kein SPD-Mitglied, aber politisch engagiert“, Eppler auf einer der wichtigsten und bedeutendsten Friedensdemos in der Geschichte der Bundesrepublik im Bonner Hofgarten hörte. Seine Aufrichtigkeit „und die wohl argumentierte Überzeugung imponierte mir zutiefst, was auch dazu beitragen sollte, dass ich einige Zeit später meinen Weg in die SPD fand“. Jetzt fehle seine "Klar- und Weitsicht bitterlich".
Auf besondere Weise fanden sich mehrere Politiker überparteilich zusammen. Unter anderen standen die Namen des früheren SPD-Bundesvorsitzenden Hans-Jochen Vogel und des ehemaligen baden-württembergische Ministerpräsidenten und EU-Kommissars Günther Oettinger (CDU) unter einer gemeinsamen Anzeige, um „sich zu verneigen, vor einem unbeugsamen Ethiker, Ökologen und Friedenspolitiker“. Seine analytische und sprachliche Brillanz, seine kreativen Ideen und seine Beharrlichkeit wirkten „jahrzehntelang überparteilich“.
Eppler war am 19. Oktober wenige Wochen vor seinem 93.Geburtstag in Schwäbisch Hall gestorben. Familienmitglieder sprachen auch „die Anfechtungen“ an, die er viele Jahre auszuhalten gehabt habe. Auf Druck aus seiner eigenen Partei hatte er Anfang der Achtziger alle Ämter im Land aufgeben müssen – nach einem SPD-Ergebnis bei der Landtagswahl 1980 von 32,5 Prozent.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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