Ein Königreich für ein Rehkitz
Ein Königreich für ein Rehkitz: Ein Bambi für Frank Elstner
Von Florian Krekel

Baden-Baden - Überraschend und emotional ging sie los, die 71. Bambi-Verleihung gestern Abend im Festspielhaus Baden-Baden. Frank Elstner (77) erhielt das goldene Rehkitz aus den Händen von Thomas Gottschalk für sein Lebenswerk. Eine von insgesamt 21 der begehrten Trophäen, die an diesem Abend ein goldenes Schlaglicht auf ihre Gewinner werfen sollten.

Laudator Kai Pflaume und Neu-Baden-Badener Gottschalk würdigten den Kurstädter Elstner als einmaligen und einzigartigen Showmaster, als "Erfinder des Lagerfeuerfernsehens" (Pflaume) und als Mann, "dem ich meine Karriere verdanke, und den ich als Mensch stets zum Vorbild hatte" (Gottschalk). Elstner war sichtlich gerührt, nutzte den Gang ins Rampenlicht aber zugleich, um seinen Fans Hoffnung auf weitere Elstner-Fernsehmomente zu machen. "Ich habe ja diese kleine Krankheit", sagte er, aber so lange sie ihn auf solche Bühnen führe, sei ihm das völlig egal. Für Elstner war es der zweite Bambi nach 1981, damals für die Erfindung der Kultshow "Wetten, dass..."

Emotionale Momente führten ohnehin wie ein roter Faden durch die Bambi-Gala. Etwa bei der Verleihung der funkelnden Trophäe an zwei Kinderkrankenschwestern in der Kategorie "Stille Helden", beim Bambi für die Jesidin und Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad, oder in jenem Moment, als sich die Aufmerksamkeit auf Willie Smits richtete. Ein Mann, der sein Leben dem Überleben anderer verschrieben hat - dem Kampf gegen das Aussterben der Orang Utans in Indonesien. Er wurde in der heutigen Zeit stark beachteten Kategorie "Unsere Erde" ausgezeichnet.

Emotionaler Appell der EU-Kommissionschefin

Doch nicht nur Emotionen sollten die Zuschauer in den Bann der vom Ableben bedrohten Gala ziehen. Mehrere musikalische Darbietungen - allen voran die Auftritte von Nico Santos ("Unforgettable"), Lena ("Thank You") und Max Giesinger ("Legenden") unterhielten das Publikum, während die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre Redezeit für einen pro-europäischen Appel nutzte: "Es sei ein Zeichen von Stärke, den gemeinsamen Weg zu finden, so wie es Europa tue. Die Einheit in der Vielfalt ist es, aus der unsere Kraft wächst", sagte von der Leyen.

Wenig Überraschung beim besten Film

Für Insider wenig überraschend war hingegen der Bambi für den besten Film: "Das perfekte Geheimnis", aktuell noch auf den Kinoleinwänden zu sehen, bekam von der Jury ein vergoldetes Reh. Bjarne Mädel erhielt den Bambi in der Kategorie Schauspieler National, bei den Frauen siegte Luise Heyer. Den Ehren-Bambi gab es für die drei Schauspielerinnen Uschi Glas, Michaela May und Gaby Dohm für ihre künstlerische Leistung und ganz generell als "starke Frauen". Den Publikums-Bambi erhielt Max Giesinger, als "Legende" wurde Simply Red geehrt.

Ausgezeichnet wurde auch die 72-Stunden-Aktion des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend. Bei der Verleihung im Festspielhaus mit dabei waren gestern Abend einige beteiligte Jugendliche aus der Seelsorgeeinheit Gaggenau-Ottenau.

Zur Bambi-Verleihung in Baden-Baden finden Sie zwei Sonderseiten in der Freitagsausgabe des Badischen Tagblatts und im E-Paper.

Fotos: dpa

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