Jetzt nimmt der KSC Stellung zum Derby
Jetzt nimmt der KSC Stellung zum Derby
Karlsruhe (red) - Nachdem mehrere Fans des Karlsruher SC vor dem Derby beim VfB Stuttgart am Sonntag einen Platzverweis der Polizei bekommen haben und das Fußballspiel nicht im Stadion verfolgen konnten, äußerst sich jetzt der KSC in einer Stellungnahme.

Das Zünden von Pyrotechnik während der Anreise sowie Angriffe mit Baustellenmaterial auf Polizisten seien laut Aussage der Polizei der Grund gewesen, rund 600 KSC-Fans vor und während dem Derby zu kontrollieren, heißt es in der Stellungnahme des KSC. Der Verein distanziere sich von jeglicher Gewalt gegenüber Polizisten und verurteile etwaige Angriffe "auf das Schärfste".

KSC: Auch Kinder und Jugendliche festgehalten

Doch seien laut Stellungnahme nicht nur gewalttätig gewordene Personen, "sondern mehr oder weniger willkürlich Fans, darunter auch Kinder, Jugendliche sowie Frauen" über fünf Stunden vor dem Stadion eingekesselt worden. Die betroffenen Personen hätten so das Spiel trotz gültiger Eintrittskarte nicht im Stadion verfolgen können, heißt es weiter. Es dürfe nicht sein, so der KSC, dass Unbeteiligte über mehrere Stunden festgehalten werden. Informationen durch die Polizei an die Betroffenen habe es im Laufe der Aktion "so gut wie keine" gegeben. Zudem seien nach KSC-Informationen die szene-kundigen Beamten aus Karlsruhe nicht hinzugezogen worden.

KSC ärgert sich über Änderung des Ablaufs

Zudem ärgert den KSC eine kurzfristige Änderung des geplanten Ablaufs, die "ohne Rücksprache mit dem KSC vorgenommen" worden sei. Statt wie in den Sicherheitsbesprechungen vorab festgelegt und dokumentiert, wurden die zwölf Busse der aktiven Fanszene nicht in Stadionnähe geparkt, sondern zum Untertürkheimer Bahnhof gebracht - sodass sich ab hier ein "erzwungener Marsch der Zuschauer" ereignete.

Des Weiteren sei die Zufahrt zum ausgewiesenen Gästeparkplatz P7 über Stunden seitens der Polizei nicht gestattet gewesen, die KSC-Fans seien vielmehr auf einen Parkplatz direkt vor dem Stuttgarter Heimbereich geleitet worden.

"Die Umsetzung der polizeilichen Maßnahmen war aus unserer Sicht unverhältnismäßig. Auch die Kommunikation gegenüber Fans, Fanprojekt, Fanbetreuung und Vereinsvertretern hätte besser laufen müssen", so KSC-Geschäftsführer Michael Becker.

Foto: Christoph Schmidt/dpa

Impressum - Nutzungsbedingungen - Datenschutz