Die unglaubliche Geschichte um ein Auto
Die unglaubliche Geschichte um ein Auto
Von Nina Ernst

Sinzheim - Ja, ist denn heut' schon Weihnachten? Ein Auto zum Fest der Liebe als Geschenk? Das ist ja mal ein Ding. Ein schönes Ding! Oder? Ja! Wären da nicht ein paar nicht allzu kleine Kleinigkeiten, die die Freude des Halberstungers Marco Frank über sein "Anhängsel" trüben.

Ein neues Auto. Soweit okay. Das Auto eines Fremden, geparkt im Acker von Marco Frank. Soweit nicht okay. Ein zugemüllter Peugeot 807, ohne Kennzeichen, abgestellt in einer Nacht- und Nebelaktion. So ganz und gar nicht okay! Ein schlechter Witz? Auch das nicht, seit sage und schreibe sieben Wochen bittere Realität für Marco Frank auf seinem Grundstück in Halberstung. Und es wird noch besser - fleißigen BT-Lesern wird das "Weihnachtsgeschenk" wohl bekannt vorkommen.

Genau, im September hat dieses Gefährt wochenlang im Hauenebersteiner Wald für Rätsel gesorgt, um dann in der Sandweierer Römerstraße gesichtet zu werden - auch damals schon ohne Nummernschilder.

Keiner kann oder will Frank helfen

Gut, man kann es dem Besitzer nicht verübeln, in Halberstung ist es natürlich auch schön. Trost für Marco Frank ist das nicht. Denn auch sein neu angelegtes Blumenbeet war schön - bis der dunkelblaue Fremde sein Unwesen trieb. "Jetzt kann ich von vorne anfangen", ist Frank sauer ob des gewissen Extras auf seinem Acker.

Wie berichtet: Steht ein herrenloses Auto auf Privatgrund, dann sind weder die Polizei noch die Gemeinde noch das Landratsamt noch der Gemeindevollzugsdienst verantwortlich - sondern allein der Grundstücksbesitzer. In dem Fall kann sich also Frank keine Hilfe bei der Beseitigung des bis zum Bodenblech eingefahrenen Autos erhoffen.

Besitzer des Autos ist Behörden bekannt

"Mit den Behörden bin ich durch", schimpft Frank, "da wird man nur alleingelassen." Die Polizei interessiere sich nicht, von der habe er wochenlang nichts gehört, und auch das Ordnungsamt habe sich nie gemeldet. Und das Landratsamt? Das habe ihm gar gedroht: Man habe ihn im Blick! Sollte das Auto urplötzlich woanders stehen, wisse man ja, wer zuständig sei.

Und das Ganze, obwohl der Besitzer des Autos längst bekannt ist, und der Polizei dessen Daten vorliegen, beschreibt Frank das Kuriosum. Der Halberstunger hat schon Bekanntschaft mit ihm gemacht, da habe der Parkende aber schnell das Weite gesucht. Immer wieder muss er aber an das Auto zurückkommen, denn der Inhalt ändere sich ständig und mal sei das Auto verschlossen und mal nicht.

Warten lautet nun die Devise des Halberstungers. Denn in der vergangenen Woche hat ihm der unbekannte Bekannte eine Nachricht hinter der Fensterscheibe hinterlassen. "Ich werde das Auto bis zum 30.11. aus Ihrer Nähe entfernen. Es tut mir leid. Alles wird repariert und gereinigt. Entschuldigung." Von einer Schadensbegleichung träumt Frank gar nicht erst. Aber die Hoffnung, dass aus blau und schwer bald unsichtbar und nichts wird, die stirbt zuletzt! Und wir, ja wir sind gespannt, welchen Ort sich der Peugeot-Besitzer als Nächstes aussucht.

Impressum - Nutzungsbedingungen - Datenschutz