Deutscher Zukunftspreis geht an Software-Entwickler aus Bayern
Deutscher Zukunftspreis geht an Software-Entwickler aus Bayern
Berlin (dpa) - Mit künstlicher Intelligenz holprigen oder fehlerhaften Prozessen auf die Spur kommen: Entwickler von Software zur Verbesserung der Abläufe in Unternehmen sind mit dem Deutschen Zukunftspreis 2019 geehrt worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergab die Auszeichnung am Mittwochabend in Berlin an eine Gruppe um den Mathematiker Alexander Rinke aus München. Der Preis für Technik und Innovation ist mit 250 000 Euro dotiert.

"Das Team hat ein vielseitiges und einfach zu handhabendes digitales Werkzeug geschaffen, mit dem sich unternehmerische Prozesse analysieren, darstellen und effizienter gestalten lassen", erklärte das Bundespräsidialamt. Rinke und seine Mitstreiter, ein Informatiker und ein Wirtschaftsinformatiker, gründeten 2011 die Firma Celonis SE als Start-up aus der TU München heraus.

Ihre Entwicklung zielt auf reibungslose Prozesse in Firmen ab. Damit könne man etwa für pünktlichere Züge oder eine schnellere Behandlung von Patienten im Krankenhaus sorgen, schilderte Rinke im Vorfeld der Verleihung. Generell könnten zum Beispiel Einsparpotenziale erkannt sowie mehr Kundenzufriedenheit und höhere Profite erreicht werden.

Dahinter steht sogenanntes Process Mining: Daten der Unternehmen würden "ausgegraben" und zusammengetragen, um zu erkennen, wo es möglicherweise hakt - so wurde die Technologie bei der Verleihung erklärt. Gerade in großen Unternehmen seien Zusammenhänge oft nicht mehr zu überblicken.

Inzwischen habe man 800 Arbeitsplätze geschaffen, so Rinke. Die Firma wird nach Angaben der Organisatoren auf über eine Milliarde Euro taxiert.

Auf eine Frage zu Befürchtungen und Vorbehalten mancher Menschen in Bezug auf künstliche Intelligenz sagte Rinke, dadurch werde der Mensch nicht ersetzt, sondern unterstützt und verbessert.

Foto: Fischer/dpa

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