Neue Jahreskarte für Familien
Neue Jahreskarte für Familien
Von Franz Vollmer

Baden-Baden - Die Merkurbergbahn bietet künftig auch eine Familienjahreskarte an. Sie kostet 125 Euro und gilt für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder. Am Donnerstag hat der Betriebsausschuss unter anderem diese Neuerung in den Vorschlag der Verwaltung zur Preisanpassung (wir berichteten) aufgenommen. Insgesamt hat das Gremium ein wenig nachgebessert - und hatte dabei vor allem die Familienfreundlichkeit im Blick.

Das Entgegenkommen an Familien, das nicht zuletzt von Werner Schmoll (SPD) gefordert wurde, macht auch insofern Sinn, als Baden-Badens Hausberg traditionell "von Familien hoch frequentiert" sei, so Kurt Hermann (AfD). Mit klarer Mehrheit (eine Gegenstimme) segneten die Stadträte die neuen Preise inklusive der von ihnen geforderten Anpassungen für Familien (siehe rote Umrandung im Foto) ab. Diese sieht auch vor, dass eine Berg-und Talfahrt-Karte für Kinder nun 3 Euro statt wie von der Stadt vorgeschlagen 3,50 Euro kostet. Zudem können beim Familientarif bis zu vier statt maximal zwei Kinder mitgenommen werden. Außerdem wird die Jahreskarte für Erwachsene statt wie geplant 37 Euro nun 50 Euro kosten.

Stadtwerke-Geschäftsführer Helmut Oehler warb in der Sitzung nochmals um Verständnis für die teils deutlichen Tarifanhebungen, die ab 1. Januar in Kraft treten. Er führte vor allem ins Feld, dass die letzte effektive Preissteigerung von 1995 stammt. Auch mit Blick auf vergleichbare Bahnen wie etwa in Dresden, Heidelberg oder Bad Wildbad - wo eine Erwachsenenjahreskarte 180 Euro kostet - sei man "deutlic h günstiger". Im Übrigen ist maßgeblicher "Preistreiber ohnehin der Gesetzgeber, der die Anforderungen extrem verschärft hat", betont Rolf Pilarski (FDP).

Neues barrierefreies Betriebssystem

Die Investition von 7,75 Millionen Euro für die Modernisierungsmaßnahmen (als Zuschuss vom Land kommen 1,4 Millionen Euro) war zur Erhaltung der neuen Konzession unumgänglich. Auch für Klaus Bloedt-Werner (CDU) ist das Tarifgefüge nachvollziehbar, bei aller Gastfreundlichkeit dürfe man "die Wirtschaftlichkeit nicht außer Blick lassen", immerhin sei das Ganze keine Pflichtsache, sondern ein Freizeitangebot.

Für die neue Konzession, die nicht zuletzt mit einem topmodernen Betriebssystem und höheren Fahrgastkapazitäten verbunden ist, musste vor allem Barrierefreiheit realisiert werden. So erhalten Rollstuhlfahrer an der Talstation auf einer separaten Rampe Zugang und dürfen auch zuerst einsteigen. Die Jahreskarten sind per se nicht übertragbar.

Symbolfoto: red/Archiv, Repro: BT

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