"Zwei Drittel des Verfahrens hinter uns"
'Zwei Drittel des Verfahrens hinter uns'
Bischweier (ar) - Viel Zeit, Kraft und Geld musste die Gemeinde Bischweier in den vergangenen Jahren investieren, um den Bebauungsplan "Winkelfeld" voranzubringen. Der Gemeinderat billigte nun einvernehmlich den von Stadtplanerin Petra Schippalies vorgelegten Entwurf, der vom 16. Dezember 2019 bis 15. Februar 2020 in die Offenlage geht und nochmals von allen Bischweierer Bürgern eingesehen werden kann.

Bereits in der Septembersitzung hatte die Planerin dem Bischweierer Ratsgremium alle relevanten Punkte vorgestellt, die aus der frühzeitig erfolgten Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden erforderlich geworden waren und die nun in den aktuellen Entwurf eingearbeitet worden sind. Im rund zehn Hektar großen Plangebiet "Winkelfeld" im Süden der Gemarkungsgrenze soll ein neues, in Quartiere aufgeteiltes Baugebiet entstehen, in dem Wohnraum für rund 400 Menschen entstehen soll. Wie Schippalies informierte, stehen rund 5,8 Hektar für die Wohnbebauung zur Verfügung, die restlichen Flächen sind für die Erschließungsmaßnahmen wie Straßen, Spielplatz, Grünflächen, Parkplätze vorhanden.

Keine aktiven Lärmschutzmaßnahmen

"Wenn wir es heute erfolgreich schaffen, den Entwurf zu billigen und in die Offenlage zu bringen, haben wir zwei Drittel des Verfahrens hinter uns", bemerkte Schippalies. Im Lärmgutachten wurde darauf verwiesen, dass der durch das Neubaugebiet induzierte Verkehr den bestehenden Lärm nicht wesentlich erhöhe und daher keine Maßnahmen erforderlich seien. Ein neun Meter hoher Schutzwall würde laut Gutachter eine Lautstärkeminderung bis maximal eineinhalb Dezibel bringen. Passive Schutzmaßnahmen seien für Teile des Plangebietes im Bebauungsplan festgesetzt worden. Andrea Balduin-Schober (SPD) forderte dennoch aktivere Maßnahmen.

Erste Ausgleichsmaßnahmen bereits umgesetzt

Opfer muss die Gemeinde Bischweier auch für Ausgleichsmaßnahmen erbringen: Laut Umweltgutachten werde in hochwertiges Gelände eingegriffen. Erste notwendig gewordene Maßnahmen wurden bereits umgesetzt mit der Neuanlage von Magerwiesen, Streuobstwiesen sowie einem neuen Zuhause für Zauneidechsen, die im Frühjahr umgesiedelt werden sollen. Zusätzlich muss die Gemeinde 500 000 Ökopunkte über die Flächenagentur aus dem Ortenaukreis einkaufen, allein 480 000 Euro hiervon als Ausgleich für die Versiegelung der Böden im künftigen Baugebiet.

Mit der weiteren Erschließung wurde die ESB Kommunalprojekt AG in Bruchsal beauftragt, deren Vertreter Dr. Thomas Dopfer in der Sitzung am Donnerstagabend über den Verfahrensstand informierte. Bereits Anfang kommenden Jahres möchte Dopfer mit allen Grundstückseigentümern Einzelgespräche mit dem Ziel einer Kostenübernahmevereinbarung führen. Ende 2020 könnten die Erschließungsarbeiten beginnen, sodass im Frühjahr 2022 die ersten Bauwilligen starten könnten.

Interessenten können sich ab sofort online auf eine digitale Interessentenliste für Bauplätze im Gemeindegebiet eintragen:

www.baupilot.com/bischweier

Foto: Annerose Gangl

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