Klimawandel verändert Winter in Deutschland
Klimawandel verändert Winter in Deutschland
Berlin (dpa) - Am 1. Dezember beginnt der meteorologische Winter. Der könnte sein Gesicht künftig verändert. Denn der Klimawandel hat auch Auswirkungen darauf, wie bei uns der Winter wird.

Der meteorologische Winter geht von Dezember bis Ende Februar. Typisch ist häufiger Nebel in den Niederungen. Weil die Temperaturunterschiede zwischen polaren Gebieten und Äquator im europäischen Winter am größten sind, kommt es im Januar und Februar zudem häufiger zu Sturm- und Orkantiefs. Mit diesen starken Tiefdruckgebieten versuche die Atmosphäre Temperaturunterschiede auszugleichen, sagt der Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst. Im Zuge der Klimaerwärmung verringern sich diese Unterschiede, denn die Temperaturen in den polaren Regionen steigen stärker als am Äquator. Das könnte zu einer leichten Abnahme winterlicher Orkane über der Nordhemisphäre führen.

An anderer Stelle zeigt sich der Wandel deutlicher. Als eine der ersten Pflanzen läutet das Schneeglöckchen den Vorfrühling ein. "Das tun sie immer früher", sagt Friedrich. Im Mittel blühe die Art 10 bis 14 Tage früher als noch vor 40 Jahren auf. Das setze sich auch bei anderen Pflanzen fort: "Die Grenze verschiebt sich nach vorn auf Kosten des Winters."

Der Winter wird in der Tendenz milder. Seit 1881 sind die Temperaturen in Deutschland im Mittel um 1,4 Grad gestiegen. In deutschen Flüssen ist die Hochwassergefahr in dieser Jahreszeit größer geworden. Ursachen: Die Winterniederschläge nehmen laut DWD zu. Gleichzeitig steigt die Schneefallgrenze, so dass weniger Wasser im Schnee gebunden wird. Auch Frost- und Eistage nehmen im Mittel ab. Die weiße Weihnacht machen Veränderungen bisher aber nicht weniger wahrscheinlich. "Sie war schon immer ein seltenes Vorkommen", sagt der Meteorologe.

Symbolfoto: Uli Deck/dpa

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