Kurhaus und Allee als Motive für eine Nullnummer
Kurhaus und Allee als Motive für eine Nullnummer
Von Marvin Lauser

Baden-Baden - Verwunderung im Geldbeutel: Was haben das Baden-Badener Kurhaus und die Lichtentaler Allee - samt Zweispänner - auf einem Zahlungsmittel zu suchen?

Hat sich da jemand einen Scherz erlaubt, die Europäische Zentralbank (EZB) neue Motive zugelassen oder waren besonders findige Geldfälscher am Werk? Soll Baden-Baden etwa als Nullnummer durch den Kakao gezogen werden, vielleicht von anderen Bäderstädten im Rennen um den Weltkulturerbe-Titel?

Der Schein trügt. Obwohl Europaflagge, Wasserzeichen und andere Elemente den Eindruck von Echtheit vermitteln, gibt es einige Indizien dafür, dass es sich nicht um ein europaweit gängiges Zahlungsmittel, also einen handelsüblichen Euroschein handelt, sondern um ein wertloses Stück Papier. Spätestens beim Blick auf die große Null, die sich im linken oberen Drittel des Scheins befindet, dürfte jedem klar sein, das man mit diesem Schein nicht bezahlen kann. Auch Testgeräte lassen sich davon nicht überlisten.

Obwohl das schön verzierte Stück Papier nominell wertlos ist, werden die auf 5 000 Exemplare limitierten Euro-Souvenirs - unter diesem Namen firmiert die Scheinreplik - für 4,50 Euro verkauft. Die Scheine sind von der EZB genehmigt und werden in einer französischen Wertpapierdruckerei gedruckt. Sie verfügen über fluoreszierende Elemente, ein Hologramm, ein transparentes Fenster, eine individuelle Seriennummer sowie Kupferstreifen - es ist also fast alles wie bei einem echten Geldschein. Zurück gehen die Souvenir-Euroscheine auf den Franzosen Richard Faille. 2015 wurden sie erstmals verkauft. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Motive aus zahlreichen Ländern: etwa das Brüsseler Atomium, die Sidney Opera, den Kölner Dom oder Achterbahnen aus dem Europark Rust.

Das Sammlerstück mit den kurstädtischen Motiven gibt es unter anderem übrigens auf dem Christkindelsmarkt zu kaufen.

www.0-euroschein.de

Foto: Christoph Müller

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