Relativ wenige Arme im Südwesten
Relativ wenige Arme im Südwesten
Berlin/Stuttgart (lsw) - In Baden-Württemberg leben im deutschlandweiten Vergleich nach wie vor relativ wenige Menschen in Armut. 11,9 Prozent der Einwohner - also rechnerisch rund 1,3 Millionen Menschen - mussten im vergangenen Jahr mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze auskommen. Die Armutsquote ging im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte zurück. Für den Raum Mittlerer Oberrhein mit dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe, dem Landkreis Rastatt sowie dem Stadtkreis Baden-Baden errechneten die Statistiker eine Quote von 12,1 Prozent, nach 13,1 Prozent im Jahr davor.

Nur in Bayern ist der Anteil etwas geringer. Das geht aus dem "Armutsbericht 2019" hervor, den der Paritätische Gesamtverband am Donnerstag veröffentlichte.

Im Vergleich zum Vorjahr ging die Armutsquote im Südwesten um 0,2 Prozentpunkte zurück. Vor zehn Jahren gab es dem Bericht zufolge aber noch weit weniger Armutsgefährdete. Bundesweit liegt die Armutsquote dem Bericht zufolge bei 15,5 Prozent. Dem wohlhabenden Süden stehen Nordrhein-Westfalen und der Osten mit Quoten von rund 18 Prozent gegenüber.

In Nordschwarzwald und Schwarzwald-Baar-Heuberg steigt Quote

In zwei baden-württembergischen Regionen verzeichnet der Paritätische Gesamtverband einen starken Anstieg in den vergangenen zehn Jahren. Im Nordschwarzwald (Pforzheim, Kreise Calw, Freudenstadt und Enzkreis) stieg die Quote von 9,6 Prozent (2008) auf 14,1 Prozent (2018). In Schwarzwald-Baar-Heuberg (Kreise Rottweil, Tuttlingen und Schwarzwald-Baar) stieg sie von 8,0 auf 10,5 Prozent.

Wer ist armutsgefährdet?

Als armutsgefährdet gilt in dem Bericht, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland zur Verfügung hat. Außerdem kommt es darauf an, wie viele Personen in einem Haushalt leben: Ein Single ohne Kinder gilt mit einem Nettoeinkommen von weniger als 1.035 Euro als armutsgefährdet. Bei einem Paar ohne Kinder liegt die Schwelle bei 1553 Euro, bei einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2174 Euro. Der Paritätische Gesamtverband bereitet in dem Bericht bereits veröffentlichte Zahlen der Behörden auf.

Symbolfoto: Christian Charisius/dpa

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