Trauer um
Trauer um
Hamburg (dpa) - Die Fernsehwelt trauert um Gerd Baltus. Im Alter von 87 Jahren starb der Schauspieler am Freitag in Hamburg, wie seine Ehefrau der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zuvor hatte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet. Baltus wirkte in zahlreichen Fernsehproduktionen mit, vor allem als Seriendarsteller war er gefragt. Viele Gastauftritte hatte er etwa in "Derrick", "Der Kommissar" und "Der Alte". Der Wahl-Hamburger galt bisweilen als einer der meistbeschäftigten Schauspieler der TV-Branche. Auch als Hörspielsprecher war der Mann mit der markanten Stimme gefragt. So war er in der beliebten Hörspielreihe "Die drei Fragezeichen" in mehreren Folgen zu hören, zuletzt in "Im Bann des Drachen" (2018).

Markenzeichen: Kauzige Rollen

Baltus wurde gern in kauzigen Rollen besetzt, oft nervös wirkend. Für Freitagabendkrimis stand er ebenso vor der Kamera wie später für "Unser Lehrer Doktor Specht", "Ein Bayer auf Rügen" oder "Zwei Männer am Herd". Auch im "Tatort" war er mehrmals mit von der Partie. So oft wie in den 70ern, 80ern und 90ern sah man ihn auf dem Bildschirm zuletzt zwar nicht mehr, aber schon immer mal wieder, etwa in den Serien "In aller Freundschaft" und zuletzt "Danni Lowinski" (2013).

Fans und Kollegen bekunden Trauer

Fans und Kollegen trauerten am Wochenende um den Hamburger. Komiker und Schauspieler Bastian Pastewka schrieb auf Twitter "Goodbye, hochverehrter Gerd Baltus!" und verwies auf dessen "fantastischen Auftritt" in der Hörspielserie "Paul Temple".

Karriere beginnt in Hamburg

Seine Karriere hatte der gebürtige Bremer am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg begonnen. Da hatte er zwar schon einen ersten kleinen Filmauftritt in "Das Bankett der Schmuggler" (1952) vorzuweisen, aber keinerlei Schauspielausbildung. Für seine erste größere Filmrolle in "Wälsungenblut" erhielt Baltus 1965 den Bundesfilmpreis als bester Nachwuchsdarsteller.

Er stand an verschiedenen Theatern zwischen Hamburg und München - unter Intendanten wie Gustaf Gründgens und August Everding - bis hin zu den Salzburger Festspielen auf der Bühne. 1972 etwa gemeinsam mit Heinz Rühmann, als Everding im Münchner Residenztheater Harold Pinters "Hausmeister" inszenierte. Die Aufführung mit Baltus als Aston und Rühmann als Davies war einer der letzten großen Theatererfolge des Volksschauspielers Rühmann.

Baltus wandte sich Mitte der 70er Jahre vom Theater ab und konzentrierte sich ganz aufs Fernsehen. Vor allem auf die Darstellung hintergründiger Charaktere und Sonderlinge hatten Regisseure den dunkelhaarigen, stämmigen Mann oftmals festgelegt. Vor die Kamera folgte ihm auch sein 1978 geborener Sohn Philipp, der bereits in zahlreichen TV- und Kinoproduktionen mitwirkte. In "Der Mann, der alles kann" waren sie 2011 in Nebenrollen gemeinsam zu sehen - als Vater und Sohn.

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