Maßnahmen zum Insektenschutz
Maßnahmen zum Insektenschutz
Karlsruhe (red) - Der Schutz von Insekten ist seit geraumer Zeit in aller Munde. Wie das Referat für Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) in einer Pressemitteilung informiert, fänden sich in vielen Naturschutzgebieten ungemähte Übergänge zwischen Wiesen und Hecken oder bei der Mahd stehen gelassene Inseln und Streifen, so genannte Altgrasstreifen. Aktuell läuft zu diesen sogar eine Forschungsarbeit an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Was es damit auf sich hat und warum solche Altgrasstreifen wichtig für die heimischen Insekten sind:

Altgrasstreifen bieten im gesamten Jahresverlauf Lebensräume: Im Frühjahr bieten sie Schutz für bodenbrütende Vogelarten, im Sommer sind sie Rückzugsräume für allerhand Kleintiere, vor allem in der Zeit, in der andere Flächen gemäht werden. Den spätblühenden Pflanzenarten bieten Altgrasstreifen ausreichend Zeit zur Samenreife und auch im Spätjahr blühen dort noch Pflanzen, die für viele Insekten eine wichtige Pollenquellen liefern. Im Winter ist der Altgrasstreifen ein Schutz als Überwinterungsstandort.

Insekten nutzen Altgrasstreifen im Winter als Unterschlupf

Dies ist laut RP besonders für zahlreiche Insekten von großer Bedeutung. Viele von ihnen nutzen die Streuschicht und den darunter geschützt liegenden Boden als Unterschlupf. Aber auch die hohlen Halme alter, überständiger Gräser werden genutzt. So legen beispielsweise einige Heuschreckenarten hier ihre Eier ab. Sie überwintern geschützt im Inneren des Halmes. Erst im nächsten Frühjahr schlüpft dann die neue Generation. "Überjährig stehengelassene Altgrasstreifen sind daher besonders jetzt, wenn die Tage kürzer und kühler werden, für die heimische Tierwelt von großer Bedeutung", schreibt das RP dazu.

Jedes Jahr ein neuer Standort

Damit sich im nächsten Frühjahr, wenn alle Tiere ihre Winterruhe abgeschlossen haben und das frische Grün austreibt kein Filz aus altem und dürren Pflanzenmaterial bildet, wird der überjährige Altgrasstreifen mit der nächsten Mahd mitgemäht und wechselt die Lage. So würden unerwünschte Veränderungen in der Artenzusammensetzung der Wiesen vermieden und die Strukturvielfalt auf der Fläche gefördert, heißt es weiter.

Wechselnd stehen gelassene Altgrasstreifen seien also keine Nachlässigkeit des Bewirtschafters, sondern aktiver Naturschutz vor Ort. Durch sie werde sichergestellt, dass im nächsten Frühjahr wieder eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten Wiesen und Felder bevölkern.

Foto (das Bild zeigt die Kleine Goldschrecke): Peter Zimmermann

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