Abschuss von Wölfen erleichtert
Abschuss von Wölfen erleichtert
Berlin (red/lsw) - Wölfe dürfen in Zukunft einfacher abgeschossen werden, um Schafe und andere Nutztiere vor dem Raubtier zu schützen. Gegen die Stimmen der gesamten Opposition verabschiedete der Bundestag ein entsprechendes Gesetz, auf das sich die große Koalition nach monatelangem Ringen verständigt hatte.

Durch 639 Wolfs-Übergriffe seien im vergangenen Jahr bundesweit 2.067 Tiere gerissen worden, erklärte der CDU-Abgeordnete Hermann Färber. "Deshalb ist es höchste Zeit, dass wir den Weidetierhaltern in Deutschland wieder eine Perspektive zum Schutze ihrer Tiere bieten."

Wolfsrüde in der Region unterwegs

Im Südwesten ist bislang ein sesshafter Grauwolf im Nordschwarzwald nachgewiesen. 2018 machte der Rüde mit dem Kürzel "GW 852m" Schlagzeilen, weil er für den Tod von mehr als 40 Schafen in Bad Wildbad, Hutzenbach und Reichental verantwortlich war. In Langenbrand und Gausbach riss der Wolfsrüde im Oktober 2019 fünf Schafe. Eine Ziege verletzte er so schwer, dass sie getötet werden musste.

So lange schießen, bis es keine Attacken mehr gibt

In Zukunft ist ein Abschuss auch dann möglich, wenn unklar ist, welcher Wolf genau zum Beispiel eine Schafherde angegriffen hat. Es dürfen so lange Wölfe in der Gegend geschossen werden, bis es keine Attacken mehr gibt - auch wenn dafür ein ganzes Rudel getötet wird. Trotzdem versicherte der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Carsten Träger: "Es wird kein unkontrolliertes Rudelschießen geben." Tatsächlich ist vorgesehen, dass jeder weitere Abschuss von den Behörden der Länder einzeln genehmigt werden muss.

Foto: Christophe Gateau/dpa

Impressum - Nutzungsbedingungen - Datenschutz