"Lothar" markiert Zeitenwende
'Lothar' markiert Zeitenwende
Baden-Baden (red) - Er blies nur wenige Stunden, hinterließ eine Spur der Verwüstung - und seine Folgen sind mancherorts noch heute sichtbar: Orkan "Lothar" wütete am 26. Dezember 1999 auch in der Region. Das Unwetter ist am Samstag das "Top-Thema" im BT. Zu Wort kommen Zeitzeugen, zudem beleuchtet die Redaktion Hintergründe sowie die Folgen.


In verschiedenen Ressorts sowie in den Lokalteilen werden Erinnerungen an den zweiten Weihnachtsfeiertag 1999 wach, an dem der aus Frankreich heranziehende Orkan mit mehr als 200 Stundenkilometern auf den Höhen und 120 Stundenkilometern im Flachland tobte. "Lothar" war so heftig, dass bis heute bisweilen über die Zeit vor und nach dem Orkan gesprochen wird. Das BT erläutert, warum das so ist. Dabei begnügt sich die Redaktion nicht mit der Darstellung der Erinnerungen, sondern ordnet das Ereignis ein. Und auch manches bislang noch nicht so bekannte Detail kommt dabei ans Licht.

Das sind die Beiträge der Themenausgabe:

- Meinung und Hintergrund: Wie "Lothar" entstanden ist und warum sich danach die Meteorologen zofften.

- Blick ins Land: Mit Charly Ebel vom Nationalpark auf dem "Lotharpfad" unterwegs. Eine Bilderreihe verdeutlicht die Entwicklung der Sturmwurffläche von 2000 bis heute.

- Blick ins Land: Bilanz eines apokalyptischen Weihnachtstages im Südwesten (Todesopfer, Verkehrsbeschränkungen, Schäden)

- Wirtschaft: "Lothar" verursachte in Europa Rekordschäden. Versicherer mussten sechs Milliarden Euro aufbringen. Munich Re sprach von einer "Meteorologischen Bombe".

- Aus aller Welt: Erst "Lothar", dann "Martin": Zwei Orkane innerhalb von zwei Tagen - vor allem Frankreich litt unter den Folgen. Viele Tote und eine zerstörte Infrastruktur.

- Lokalteil Bühl: Orkan Lothar legte nicht nur reihenweise Bäume flach. "Auch Strommasten knickten ab wie Streichhölzer", erinnern sich der damalige Chef der Bühler Stadtwerke, Kurt Finkbeiner, und Elektromeister Peter Velten. Insbesondere in den Vorgebirgsgemeinden fiel der Strom aus.

- Lokalteil Baden-Baden: Zwei Vorher-Nachher-Bilder vom Merkurgipfel machen deutlich: Der dortige Kahlschlag wurde zum Glücksfall für den Berg: Die vorher nicht vorhandene tolle Aussicht und die Anlage des Startplatzes der Gleitschirmflieger lassen die Besucherzahlen von Bergbahn und Gipfel-Gaststätte steigen.

- Rebland und Sinzheim: BT-Redakteurin Nina Ernst hat mit dem Chef und dem Stellvertreter des Sinzheimer Bauhofs und den für Sinzheim zuständigen Förstern gesprochen. Dabei hat sie erfahren, dass die Motorsäge damals das Werkzeug der Wahl war und dass bis heute die Folgen spürbar sind.

- Lokalteil Murgtal: BT-Redakteur Ulrich Jahn erinnert sich an seinen damaligen Feiertagsdienst, der ruhig begann, ehe der Sturm im Murgtal seine Spur der Verwüstung hinterließ.

Ein weiterer Beitrag blickt auf das große Nassholzlager, das an der B 462 neben dem heutigen Unimog-Museum einige Jahre "ortsbildprägend" zur Lagerung des Sturmholzes diente. Nicht zuletzt richtet die Redaktion den Blick ins obere Murgtal, wo "Lothar" im Wald der Murgschifferschaft die Menge von fünf Jahreseinschlägen in einer Stunde fallen ließ.

- Lokalteil Rastatt: "Mama, im Garten ist eine Tanne umgefallen!" Ein Dachdecker, ein freiwilliger Feuerwehrmann, ein Bürgermeister a. D. und Passanten teilen ihre Erinnerungen an den 26. Dezember 1999 mit den Lesern.

Foto: Bernhard Margull/Archiv

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