Grüne stellen Christ Fragen zu PFC
Grüne stellen Christ Fragen zu PFC
Gernsbach (red) - Die Gemeinderatsfraktion der Grünen kritisiert die schlechte Kommunikation der Stadtverwaltung Gernsbach bezüglich der Belastung des Wassers mit PFC. Die Umweltschutz-Partei zeigt sich in ihrem Schreiben an Bürgermeister Julian Christ verwundert, dass die Stadt die Einwohner schlechter als die Stadt Kuppenheim unterrichtet, obwohl Gernsbach die Zügel im Wasserversorgungsverband Vorderes (WVV) Murgtal organisatorisch in Händen hält.

Die Grünen um Fraktionssprecherin Birgit Gerhard-Hentschel fordern in einem Brief, der dem BT vorliegt, von Christ als dem Vorsitzenden des WVV Erklärungen. In dem Schreiben heißt es:

"Bei der Berichterstattung zu der PFC-Belastung des Trinkwassers des Wasserversorgungsverbandes fällt auf, dass die Bürgerinitiative ,Sauberes Trinkwasser Kuppenheim' deutlich früher als die Behörden die aktuellen Grenzwerte kommuniziert hat.

Grüne: Verzögerung der Information unverständlich

Erst mit unverständlicher Verzögerung sind diese auch von den Behörden an die Bevölkerung weitergegeben worden. Es besteht nach wie vor der Eindruck, dass wir insbesondere über den Umgang mit dem Wasser unzureichend informiert werden. Diese Vorgehensweise hinterlässt Angst und Verunsicherung in großen Teilen der Gernsbacher Bevölkerung, die sich insbesondere auch über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel im Stich gelassen fühlte.

Unverständnis über abgesagte Gemeinderatssitzung

Vor diesem Hintergrund ist für uns wenig verständlich, dass die Gemeinderatssitzung am Montag, 13. Januar, abgesagt wurde. Es hätte dringend notgetan, in einer öffentlichen Sitzung die Themen Trinkwasserversorgung und PFC-Belastung im Trinkwasser zu erörtern und den Bürgern die Möglichkeit zu geben, Informationen zu erhalten."

14 Fragen an Bürgermeister Christ

Die Grünen möchten von Christ "als Vertreter des Wasserversorgungsverbands und als Bürgermeister von Gernsbach" 14 Fragen beantwortet haben - etwa welche PFC und PFoA-Belastungen die vom Wasserversorgungsverband betriebenen Brunnen seit Bekanntwerden der Belastungen im Jahr 2012 aufwiesen, seit wann die im Verband Verantwortlichen von den erneuten PFC-Belastungen Kenntnis hatten oder warum die Bürgerinitiative "Sauberes Trinkwasser in Kuppenheim" beim Umwelt-Bundesamt (UBA) "nachfragen und die dortigen Erkenntnisse bekanntmachen muss, ehe der Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal an die Öffentlichkeit geht". Weitere Fragen beziehen sich auf die Maßnahmen, die zum Schutz der Bürger und Risikogruppen ergriffen wurden. "Warum werden Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nicht ernst genommen? Warum wurden nicht schon bei Bekanntwerden der Belastungen die Brunnen des Verbandes mit Schwarzkohlefiltern ausgestattet? Warum wurde nicht nach Bekanntwerden der Belastungen eine Ersatzwasserversorgung installiert?", heißt es außerdem.

Symbolfoto: Oliver Berg/dpa

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