Zersetzung der Wuchshüllen klappt nicht
Zersetzung der Wuchshüllen klappt nicht
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Auch wenn Orkan "Lothar" vor gut 20 Jahren durchaus auch positive Nachwirkungen für den Stadtwald hatte (wir berichteten), so hat das Forstamt mit einer eher unangenehmen Folgewirkung der verbreiteten Kahlschläge bis heute zu kämpfen: Wuchshüllen, d isch - anders als erwartet - nicht zersetzen.

Darauf weist Amtsleiter Thomas Hauck hin. Ein Beispiel ist eine Fläche hinter dem "Forellenhof", wo der Orkan einst einen ganzen Hang entwaldet hatte.

Dort ist inzwischen ein gesunder Mischwald entstanden, doch zahlreiche jungen Bäume sind immer noch von Wuchshüllen aus Kunststoff umgeben. Manche von ihnen scheinen richtig gegen die sie inzwischen beim Wachstum sehr beengenden Hüllen anzukämpfen. Bei den Anpflanzungen auf den Sturmflächen hatte die Forstverwaltung 2001 rund 400.000 Wuchshüllen installiert, um den jungen Bäumen den nötigen Schutz vor Wildverbiss zu verschaffen.

Damals war vom britischen Hersteller versprochen worden, dass sich dieser Kunststoff innerhalb der nächsten rund zehn Jahre vor allem durch die UV-Einstrahlung der Sonne sowie durch Niederschläge und Temperaturwechsel zersetzen würde.

Hüllen werden eingesammelt: Helfer gesucht

Doch was im Labor in Großbritannien funktioniert, muss nicht unbedingt im real existierenden Schwarzwald klappen. Die Hüllen dachten gar nicht daran, sich mit der Zeit aufzulösen, wofür besonders die gegenseitige Beschattung der Bäume im Schwarzwald sorgte.

Und so sind viele alte Wuchshüllen auch jetzt noch vorhanden. Manchen Bäumen ist es inzwischen gelungen, durch das Wachstum ihres Umfangs diese Umkleidungen abzusprengen. Laut Hauck werden diese Hüllen nun schrittweise eingesammelt und fachgerecht entsorgt. Aufgrund ihrer großen Zahl ist dies aber ein längerer Prozess, wobei das Forstamt auch auf Unterstützung ehrenamtlicher Helfer setzt.

Foto: Henning Zorn/BT

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