Mann kommt wohl in Psychiatrie
Mann kommt wohl in Psychiatrie
Karlsruhe (dpa) - Nach dem zweiten Prozess um die verabredete Vergewaltigung eines Jungen aus Staufen bei Freiburg muss der Angeklagte wohl in eine geschlossene Anstalt. Die Unterbringung in der Psychiatrie sei sehr wahrscheinlich, sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Karlsruhe am Donnerstag.

Das Gutachten des in nichtöffentlicher Sitzung gehörten Psychiaters sei eindeutig gewesen. Das Urteil in dem Fall wird jedoch erst an diesem Freitag gesprochen. Angeklagt ist ein in Reinbek bei Hamburg geborener 45-jähriger Elektriker aus Schleswig-Holstein.

Der Prozess vor dem Landgericht steht im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall von Staufen, bei dem ein Junge von mehreren Tätern vergewaltigt worden war.

Zum Missbrauch verabredet

Der angeklagte 45-Jährige war vom Landgericht im Juni 2018 zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden, nachdem er sich zum Missbrauch des Jungen verabredet hatte.

Der Mann hatte 2017 über das Darknet, einen geschützten Bereich des Internets, Kontakt zum Lebensgefährten der Mutter des Jungen aufgenommen, um das Kind zu vergewaltigen. Zu der Tat kam es nicht. Der Mann tappte in eine Falle der Polizei, wurde in Karlsruhe festgenommen, angeklagt und verurteilt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil jedoch auf. Laut BGH hatte das Landgericht nicht ausreichend begründet, warum bei dem Angeklagten keine verminderte Schuldfähigkeit vorliegt.

Paar zu langen Haftstrafen verurteilt

Der Junge war mehr als zwei Jahre lang von seiner Mutter und deren Partner missbraucht und anderen Männern für Sex überlassen worden. Das Paar und weitere Täter wurden dafür schon zu langen Haftstrafen verurteilt.

Foto: Uli Deck/dpa

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