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Balsam für die Seele
Balsam für die Seele
23.11.2012 - 11:33 Uhr
Gernsbach (red) - Der Weg ist das Ziel - so könnte man meinen, wenn man vom Murgtal aus auf den Kaltenbronn fährt, vor allem wegen der traumhaften Aussicht, die mit jedem Höhenmeter immer beeindruckender wird. Doch oben gibt es noch eine Steigerung. Das Hochmoor ist eine in Deutschland einmalige und faszinierende Landschaft, die man auf Rundwanderwegen mit einer Länge von drei bis neun Kilometern erkunden kann.

Und diese Wege sind für die Besucher nicht nur ein Angebot, sondern auch eine Verpflichtung. Da das Gebiet Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten ist, darf man es auch nur auf den ausgewiesenen Wegen betreten. Flora und Fauna reagieren auf Störungen nämlich sehr empfindlich.

Diese Einschränkungen werden aber schnell zur Nebensache, wenn man sich auf die Rundkurse zum Wildsee, Hohlohsee oder entlang der traumhaften Aussichten begibt. Die dabei gesammelten Eindrücke garantieren Entspannung pur.

Wer aber nicht nur Balsam für die Seele sucht, sondern auch einiges über die Entstehung, Geschichte und Entwicklung eines der größten deutschen zusammenhängenden Waldgebiete erfahren will, ist im Infozentrum richtig. Das Gebäude befindet sich im Ort Kaltenbronn, in dessen unmittelbarer Nähe zahlreiche Parkplätze zur Verfügung stehen. Natürlich ist der Kaltenbronn auch mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen.

Das in dem einstigen "Rasthaus" eingerichtete Infozentrum stimmt die Besucher seit 2007 auf die Besonderheiten der Landschaft ein. Dank zahlreicher multimedialer Angebote kommt dabei garantiert keine Langeweile auf.

So erfährt man beispielsweise, dass das Hochmoor vor rund 10000 Jahren entstanden ist, als nach der letzten Eiszeit das Schmelzwasser wegen des undurchdringlichen Tonbodens nicht abfließen konnte. Seither dienen die Moore und Karseen als Schmelzwassersammler. Seine Bewohner mussten sich anpassen, um in diesem von extremem Klima und Entbehrungen geprägten Lebensraum bestehen zu können.

In einem interaktiven Spiel kann man diese Überlebenskünstler kennenlernen. Nicht weniger beeindruckend ist auch die Erlebnisstation, an der man sprichwörtlich fühlen kann, was Torfmoose und ein Schwamm gemeinsam haben. In der Höhe verstellbare Monitore zeigen die Entstehung der Moore und die Geschichte des Schwarzwaldes auf. Spannend ist auch das Filmangebot. Es umfasst eindrucksvolle Bilder aus dem größten Bannwaldgebiet Baden-Württembergs sowie Einblicke in das Leben der inzwischen vom Aussterben bedrohten Auerhühner (die auf dem Kaltenbronn aber noch vorkommen). Wer es lieber plastisch mag, kann die präparierten Exemplare der Waldvögel oder die speziell aufbereiteten Totholzstämme genauer unter die Lupe nehmen.

Aufgezeigt wird auch die Geschichte des Ortes Kaltenbronn, die bis ins Jahr 1700 zurückreicht. Damals ließ Markgraf Ludwig Wilhelm eine Jagdhütte errichten, später folgten weitere Bauten, die heute unter anderem als Hotel mit dazugehörigem Seminarhaus genutzt werden.

Infos:

Anfahrt: Über die B462 nach Gernsbach und weiter in Richtung Freudenstadt/Forbach. Bei Hilpertsau abbiegen in Richtung Bad Wildbad/Kaltenbronn. Entfernung ab Gernsbach: 16 Kilometer. Navigation: Gernsbach-Kaltenbronn eingeben.

Öffnungszeiten: April bis November: Mittwoch bis Sonntag 10.30 bis 17 Uhr, an allen Feiertagen geöffnet. In den Sommerferien auch Montag und Dienstag geöffnet. Dezember bis März: Mittwoch bis Freitag 13 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertage 10:30 bis 17 Uhr.

Eintritt: Erwachsene 3 Euro, Kinder (ab 6 Jahren) 2 Euro, Familien 8 Euro.

Infos: www.infozentrum-kaltenbronn.de

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