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Im aufregenden "Tal der Spiele"
Im aufregenden 'Tal der Spiele'
23.11.2012 - 11:35 Uhr
Von Ulrike Mayerhofer

Es scheint sie nicht zu beeindrucken, die Kühe im Talschluss. Das Surren über ihren Köpfen, wenn wieder einer über sie hinwegsaust an dem Drahtseil. Die Schreie, in denen sich eine Mischung aus Vergnügen und Nervenkitzel Bahn brechen: Obwohl sie von ihrem Weideplatz oberhalb der Lindlingalm den besten Ausblick auf das Treiben im Talschluss hätten, gehen die Kühe stoisch ihrem Tagesgeschäft nach: Gras fressen.

Zum Glück, möchte man sagen. Ließe sich das hellbraune Fleckvieh anstecken von dieser adrenalingeschwängerten Atmosphäre, könnte die Milch schnell sauer werden. Der Talschluss, der buchstäblich hinterste Winkel der Gemeinde Saalbach Hinterglemm im österreichischen Salzburger Land, ist zumindest tagsüber kein Ort für Fuchs und Has' - und für Angsthasen schon gar nicht. Der größte Hochseilpark Österreichs ist hier in den vergangenen Jahren entstanden, eingepasst in die alpine Landschaft auf 1300 Metern Höhe.

Die Parcours mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden führen auf einer Gesamtlänge von 1,5 Kilometern durch die Baumwipfel, zum Teil bis zu 40 Metern über dem Boden. Die Wagemutigen, die über die Köpfe der Kühe hinwegsausen, erproben die neueste Attraktion mit der harmlos klingenden Bezeichnung Seilrutsche. Gehalten von zwei Karabinern rasen sie in einer Höhe von 100 Metern an einem Seil kopfüber zu Tal, bis zu 70 Stundenkilometer erreichen die "Pseudovögel".

Zugang zu allen Parcours erhalten Kinder erst ab einer Größe von 150 Zentimetern, dennoch ist der Talschluss ein Ausflugsziel für die gesamte Familie. Bereits mit den Kleinsten kann man den Baumzipfelweg bewandern, massive Holzkonstruktionen bieten Sicherheit beim Spaziergang in luftiger Höhe. Wer den sicheren Erdboden gar nicht erst verlassen will, findet am Teufelswasser Abenteuer - und an heißen Tagen willkommene Erfrischung. Dass die Bergquelle eisigkalt ist, hält vor allem die Kinder nicht ab vom Plantschen und Herumturnen auf Stauleitsystemen aus Holz und lustigen geschnitzten Waldgeistern. Manch Erwachsener wagt sich in die natürlichen Staubecken - das Wasser reicht gerade bis zu den Kniekehlen: Kneippen zum Nulltarif.

Der Talschlusszug (zwei offene Waggons, gezogen von einem mächtigen Fendt-Traktor) lässt Bubenherzen höher schlagen. Er zuckelt für alle Inhaber der Jokercard umsonst zwischen dem Kletter-Dorado und dem nächstgelegenen Örtchen Lengau hin und her. Zahlreiche Tourismusattraktionen in der Region sind mit dieser Karte kostenfrei oder zumindest zu ermäßigten Preisen zu nutzen, erhältlich sind die Jokercards in den teilnehmenden Hotels.

Im Sommer wie im Winter attraktiv

Saalbach Hinterglemm, das bis vor wenigen Jahren noch ausschließlich Wintersport-Fans ein Begriff war, will im Sommer ebenso attraktiv sein, vor allem für Familien. Die Region hat sich selbst den werbewirksamen Beinamen "Tal der Spiele" verpasst, ein Versprechen, das eingelöst wird: Auf aufwändig gestalteten Motto-Wegen wie dem "Montelino" auf dem knapp 1800 Meter hohen Kohlmaiskopf lassen sich auch notorisch lauffaule Kinder zum Wandern bewegen.

Wie wichtig gerade die Familie als Zielgruppe ist, hat das Vier-Sterne-Hotel Lengauer Hof schon früh erkannt - lange bevor der Talschluss zur Touristenattraktion ausgebaut wurde. In den 90ern entstand aus dem Traditionsbetrieb das Haus in seiner jetzigen Form, seitdem ist das Programm mehr und mehr spezifiziert worden. Seit 2004 ist der Lengauer Hof zertifiziertes "Familhotel": Kriterien wie familiengerechte Angebote, aber auch Sicherheit werden jährlich geprüft. Die vielen Stammgäste sind für Chef Robert Breitfuß die schönste Bestätigung: "Wir hatten schon den ersten Gast, der bereits als Kind hier war und nun sein eigenes mitgebracht hat", erzählt er.

Spielanlagen rund ums Hotel, Pferde zum Reiten, eine sehr liebevolle Kinderbetreuung: Von all dem profitieren die kleinen Gäste ebenso wie die großen, die sich im Lengauer Hof wirklich entspannen können. Das Eis zum Nachtisch mit oder ohne bunte Zuckerstreusel: Derlei Fragen gehören hier zu den schwerwiegenderen Problemen ...

Hans, ein Rentner aus Niederösterreich, der seit vielen Jahren im Sommer das Ausflugsangebot im Lengauer Hof organisiert und betreut, kennt alle Ecken und Winkel in Saalbach Hinterglemm, die einsameren Wanderwege ebenso wie die in jüngerer Zeit entstandenen Attraktionen. Die Abenteuerwelt im Talschluss, na ja: "Natürlich ist das toll für Familien. Aber das Ursprüngliche findet man dort nicht." Er zieht den Panoramablick auf dem Gipfel des Zwölferkogels vor.

Steckbrief

Wandern: Im Winter transportieren die Gondeln rund um Saalbach Hinterglemm tausende Skifahrer auf die Berge. Aber auch im Sommer sind sie mittlerweile gut ausgelastet - und das nicht nur durch Wanderer. Auf 400 Kilometern ist die alpine Bergwelt zu Fuß zu genießen.

Radfahren: Single Trails, Freeride, Downhill - bei diesen Begriffen bekommen Mountainbiker glänzende Augen. Insgesamt 400 Kilometer markierte Mountainbikewege stehen auch ihnen zur Verfügung, täglich werden geführte Touren angeboten. Wie im Winter Skibretter kann man im Sommer Räder inklusive Ausrüstung miet en, direkt an den Gondelstationen.

Tipp: Bei Regenwetter ist das Schaubergwerk in Leogang ein interessantes Ausflugsziel für die gesamte Familie. Nur mit Helm darf man in die engen Stollen. Unter sachkundiger Führung wird die lange Geschichte des Erzabbaus und die harte Arbeit der Bergleute lebendig. (umay)

Infos: Tourismusverband Saalbach Hinterglemm, Glemmtaler Landesstr. 550, A-5753 Saalbach, (0043) 65416800-68, Fax: -69.

E-Mail: contact@saalbach. com.

www. saalbach.com

www. schaubergwerk-

leogang.com

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