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Wellness im Osten und Wildnis im Westen
23.11.2012 - 11:56 Uhr
Von Markus Koch

Weiße Sandstrände, strahlend blauer Himmel und zur Abkühlung ein kurzer Sprung in die Ostsee - vor allem im Sommer lockt die Insel Rügen zahlreiche Besucher an. Die Tourismuszentrale registrierte im Vorjahr mehr als 6,1 Millionen Übernachtungen, zu Beginn der Aufzeichnungen 1993 waren es nur 2,4 Millionen.

Wellness im Osten und Wildnis im Westen: Die gediegenen Seebäder Binz, Sellin, Baabe und Göhren reihen sich im Südosten entlang der Küste, der Westen hingegen ist beschaulich und eher etwas für Naturliebhaber und Zeitgenossen, die viel Ruhe bevorzugen.

Beim Stichwort Rügen denken die meisten an den Kreidefelsen am Königsstuhl, der durch das um 1818 gemalte Bild von Caspar David Friedrich weltweit Berühmtheit erlangt hat. Das Nationalpark-Zentrum am Königsstuhl hat unter dem Motto "Erlebniswelt Kreideküste" eine interaktive Entdeckungsreise konzipiert, bei der die Entstehung der Insel sowie deren Flora und Fauna erlebt werden können. Besonders erwähnenswert ist der Audio-Führer für Kinder, der eine schöne Geschichte parat hat, in der die Maus Mimi und der Rabe Krax durch die Ausstellung führen. Vor dem Besucherzentrum lädt ein Forscherzelt ein, die Tier- und Pflanzenwelt der Ostsee zu "begreifen".

Über mangelnden Sonnenschein können sich die Urlauber nicht beklagen: Von Juni bis August scheint die Sonne zwischen acht und zehn Stunden am Tag. Die Tagestemperaturen bewegen sich im Juli und August im Durchschnitt bei 19 Grad Celsius, allerdings gibt es auch Tage, an denen das Quecksilber fast auf 30 Grad klettert. Entsprechend gefragt sind dann die feinsandigen Strände der Seebäder. In Binz ist eigens ein Abschnitt für Sportfreunde reserviert, die sich ungestört auf zwei kleinen Feldern austoben können. Die Kurverwaltung leiht kostenlos Ballspiele aus. Wem das Treiben zu bunt wird, der geht einfach die Treppe hinauf zur Terrasse und genießt bei einem Cappuccino den herrlichen Ausblick auf das Meer und die schöne Steganlage. Zum dritten Mal lockt das Sandskulpturen-Festival in Binz bis zum 4. November die Besucher an. Charakteristisch für die traditionsreichen Seebäder ist die Mischung aus vornehmen Hotels mit Wellness-Angeboten und altehrwürdigen Pensionen, die ebenfalls um die Gunst der Urlauber buhlen.

Der legendäre Seeräuber Klaus Störtebeker wurde der Sage nach im 14. Jahrhundert auf Rügen geboren. Die Störtebeker-Festspiele erzählen noch bis zum 8. September seine Geschichte, jedes Jahr schauen sich rund 300000 Besucher das Spektakel auf der Naturbühne Ralswiek an, an dem 150 Akteure, vier Schiffe und 30 Pferde mitwirken.

Für Eisenbahnfans ist die historische Schmalspurbahn ein Muss, die von den Rüganern liebevoll als "Rasender Roland" bezeichnet wird. Die Bahn dampft gemütlich mit Tempo 30 auf einer Strecke von 25 Kilometern und verbindet die ehemals fürstliche Residenz Putbus mit den mondänen Badeorten an der Küste. Sollte mal nicht die Sonne scheinen, dann lohnt sich der Besuch in einem der zahlreichen Museen der Insel. Das Kreidemuseum in Gummanz hat die Geschichte des Kreideabbaus und der Kreideherstellung anschaulich aufgearbeitet. Im "Museum zum Anfassen" in Binz können Kinder physikalische Experimente machen, zudem besteht die Möglichkeit, "Gold" zu waschen oder im Sand nach "Edelsteinen" zu buddeln.

Unabhängig vom Wetter sollte ein Besuch im Ozeaneum in Stralsund auf jeden Fall eingeplant werden. Für kleine wie große Besucher erschließt sich in 39 Aquarien mit 7000 Lebewesen beeindruckend die Tier- und Pflanzenwelt der Ost- und Nordsee. Nach dem Museumsbesuch lohnt sich ein Bummel durch den Hafen und die wunderschöne Altstadt, die von der Unesco 2002 auf die Welterbeliste gesetzt wurde.

Anreise: Flug von Stuttgart nach Rostock jeden Donnerstag, Freitag und Sonntag mit Germanwings. Der Rügenshuttle fährt fünf Ziele auf Rügen an (21 Euro).

Infos: Tourismuszentrale Rügen, E-Mail: info@ruegen.de, (03838) 80770.

www.ruegen.de

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