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Sonne, Strand und ein neues Land
23.11.2012 - 11:57 Uhr
Von Daniela Jörger

Mehdi Allani ist stolz auf sein Land: "Wir haben die ersten freien Wahlen abgehalten, und in Tunesien herrscht heute Meinungsfreiheit." Der junge Hoteldirektor, der sich an den Protesten beteiligte, die zum politischen Umsturz führten (siehe Kasten), sieht sein Land auf einem guten Weg in eine demokratische Zukunft - manchen Stolpersteinen wie strengislamischen Einflüssen und immer wieder aufflackernden Auseinandersetzungen zum Trotz. Er ist sich sicher, dass die Menschen sich - wie er selbst - ein freies, offenes, fortschrittliches Land wünschen und die Entwicklung genau beobachten. Und natürlich wünscht er sich auch die Touristen zurück, die das Land dank der kilometerlangen Sandstrände, seiner Kultur und seinen Hotels bis zur Revolution sehr schätzten.

Auch wenn die Reservierungszahlen wieder steigen und zum Beispiel der Reiseanbieter "alltours" seit kurzem einen zweistelligen Anstieg verzeichnet - von der knapp eine halbe Million deutsche Besucher in 2010 ist man noch weit entfernt. Ein Grund für die wieder anziehende Nachfrage wird in den günstigen Preisen gesehen: Viele Anbieter haben diese deutlich gesenkt, auch in Luxushotels kann man sich derzeit preiswert erholen. Und: Das Vertrauen vieler Urlauber in die Sicherheit des Landes kehrt langsam zurück, das als eines der westlichsten unter den arabischen gilt.

Sonne, Strand, Meer und komfortable Hotels: Nur 2,5 Flugstunden von Deutschland entfernt, ist Tunesien traditionell eines der beliebtesten Ziele für den klassischen Badeurlauber. Und dieser soll sich auch weiterhin an der 1300 Kilometer langen Küste und auf der Ferieninsel Djerba wohlfühlen. Vom Golf von Hammamet über Monastir und Mahdia bis in den südlichen Golf von Gabes setzt man auf Service, Komfort und Freundlichkeit. Qualität soll künftig noch mehr gefragt sein. Auch wenn die Preise derzeit günstig sind, ein Low-Level-Land will man nicht sein. Qualität steht an erster Stelle. Entspanung, Sport und Unterhaltung wird großgeschrieben - Aktivurlauber können sich beim Wassersport, Reiten und mehr austoben. Wellness spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Thalasso wird vielfach angeboten.

Zugleich will man sich aber neu erfinden. Unter dem Slogan "Tunesien neu erleben" zielt das Fremdenverkehrsamt nicht nur auf die politischen Veränderungen ab, sondern will auch die verschiedenen Landschaftsregionen und die Kultur des Landes in den Mittelpunkt rücken. Der neue Tourismusminister Elyes Fakh fakh sieht einen wichtigen Punkt darin, einzigartige Produkte anzubieten wie "den Kultur-, Natur- oder Archäologietourismus, Yachting, Wellness oder Golf".

Mit Kulturgütern ist das Land reich gesegnet. Immerhin acht historische Stätten gehören zum Unesco-Weltkulturerbe, allen voran die Ruinen des legendären Karthago. Aber auch die Medina von Tunis, Kairouan und Sousse, die punische Stadt Kerkuan mit ihrer Totenstadt, das Kolosseum von El Djem im Süden (das drittgrößte der Welt), die Ruinen von Dougga und der Nationalpark Ichkeul sind einen Besuch wert. Mächtige Ribats (Festungsanlagen) und malerische Medinas (Altstädte) machen den Charme zahlreicher Orte aus.

Vom grünen Norden mit den bekannten Korkeichenwäldern über die Küste mit den breiten und langen Sandstränden bis in die Sahara bietet Tunesien ein vielfältiges Landschaftserlebnis. In die Sanddünen kann man bei ein- oder mehrtägigen Ausflügen zum Beispiel auf dem Kamel oder im Jeep eintauchen. Die tunesische Wüste ist gut erschlossen. Die größte Oasenstadt Tozeur mit 45000 Einwohnern und einer halben Million Dattelpalmen verfügt sogar über einen eigenen Flughafen.

Orientalisches Flair bieten die traditionellen Souks in zahlreichen Städten. Etwas Zeit sollte man schon für einen Bummel durch diesen Markt in Tunis mitbringen: Das Angebot ist schier unüberschaubar, arabisches Lebensgefühl gibt es gratis dazu. Ein Schmuckstück ist das Städtchen Sidi Bou Said im Norden. Dem Charme der weiß-blauen Häuser und des ganz besonderen Lichts erlagen schon die Maler August Macke und Paul Klee, die dort einige ihrer Werke schufen. Auf ihren Spuren kann man im Café "Delice" einen frischen Minztee trinken. Mehr in den Blick der Gäste gerückt werden sollen auch die traditionellen Produkte des Landes wie das Olivenöl und der Wein, der auf landesweit 10000 Hektar Rebfläche wächst. Mit der Qualität der guten Tropfen muss man sich international keineswegs verstecken - vielfach ausgezeichnet sind beispielsweise die Weine von "Les Vignerons de Carthage".

Ein weiterer Baustein, um Land und Leute in Tunesien hautnah erleben zu können, sind eine Reihe von ausgewählten stilvollen Charme-Hotels, die Tradition und modernen Komfort vereinen. Auch Bed-and-Breakfast-Angebote schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden.

www. tunesien.info

www. alltours.de

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