http://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
Schwimmende Märkte und jede Menge Mopeds
23.11.2012 - 11:58 Uhr
Von Daniela Jörger

Die letzten 222 Kilometer seiner rund 4500 Kilometer langen Reise fließt der Mekong durch Vietnam. Im Süden des Landes mündet er schließlich mit neun Armen - daher der Name "Neunköpfiger Drache" - ins südchinesische Meer. Auf dem Weg in Richtung des gewaltigen Deltas begegnen dem Besucher ursprüngliche Dörfer ebenso wie moderne Städte, üppige Felder und schwimmende Märkte. So legt die "Amalotus", die zwischen Tonle Sap in Kambodscha und dem Delta schippert, in Tan Chau kurz hinter der Grenze an. Die kleine Stadt bietet mit ihrer Seidenweberei- und Bastmattenproduktion einen Einblick in den Alltag der Menschen. Üppig grüne Reisfelder prägen diese Region - Vorboten der riesigen Reiskammer Mekongdelta. Insgesamt liegen im Delta 36000 Quadratkilometer Reisland, hinzu kommen 4000 Schwemmland kleinerer Nebenflüsse. In der Kornkammer Vietnams gedeihen aber auch Gemüse, Sojabohnen, Zuckerrohr und Früchte. Nicht verpassen sollte man einen Bummel über einen der zahlreichen Märkte - auch wenn die verlockenden bunten Angebote wie Schlangen, Heuschrecken und manch anderes Getier Europäer eher schaudern lassen.

Die Hafenstadt Sa Dec beherbergt ein besonderes Gebäude: Das Wohnhaus des Geliebten der französischen Schriftstellerin Marguerite Duras. Sie lebte dort als junges Mädchen und verliebte sich in den Sohn einer angesehenen chinesischen Familie - eine Liebe, die keine Zukunft hatte. Weiter geht es nach Vinh Long, nach Can Tho die zweitgrößte Stadt im Mekong-Delta. Es ist eine moderne Industriestadt mit dem historischen Charme der Kolonialzeit. Nicht weit davon entfernt liegt Cai Be mit dem größten schwimmenden Markt des Deltas. Hunderte Händler bieten dort Obst, Gemüse, Reis, Kartoffeln, Fisch und vieles mehr auf ihren Booten an - und gehandelt wird ebenfalls von Boot zu Boot. Die schwimmenden Märkte sind inzwischen auch ein touristischer Anziehungspunkt, was ihrer Attraktivität aber keinen Abbruch tut. Auch in den unzähligen Nebenarmen im Mekong-Delta leben die Menschen mit dem Wasser. Traditionelle Landwirtschaft, eine üppige Natur und intakte dörfliche Strukturen stehen dort im Kontrast zu den großen Städten des Landes.

Zu Ende geht diese Reise auf dem Mekong in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon, wobei der alte Name noch gebräuchlich ist. Heute leben dort rund 6,5 Millionen Menschen - und fahren fast ebenso viele Mopeds, die das Überqueren der Straße für Fußgänger zur Mutprobe werden lassen. Ho-Chi-Minh-Stadt ist eine pulsierende Metropole mit modernen Geschäften, Restaurants und Hotels, internationalen Firmen, schicken Boutiquen, großen Parkanlagen und breiten Boulevards. Das einstige "Paris des Ostens" bietet eine einzigartige Mischung aus asiatischer Lebenskultur, historischen französischen Kolonialbauten und moderner Architektur. Die Oper, mehrere Luxushotels und die Kathedrale Notre Dame mit ihren beiden 40 Meter hohen Türmen sind Zeugen der Vergangenheit. Der Palast der Wiedervereinigung und das Kriegsreste-Museum, das die Gräueltaten im Vietnamkrieg dokumentiert, gehören zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Statue von Kommunistenchef "Onkel Ho" ist zudem ein beliebtes Fotomotiv.

BeiträgeBeitrag schreiben 
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Noch ist die Vermietung von Waschmaschinen und Bekleidung in Deutschland ein Nischenmarkt. Glauben Sie, dass sich das durchsetzt?

Ja.
Nein.
Weiß nicht.

Wetter in Mittelbaden


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen