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Zoll will "informieren statt kassieren"
Zoll will 'informieren statt kassieren'
26.11.2012 - 10:43 Uhr
Rheinmünster (ml) - Tolles Wetter, gutes Hotel und dann noch einige Schnäppchen gemacht. Der Urlaub hätte nicht besser laufen können. Doch diese gute Stimmung ist nicht selten dahin, wenn die Reisenden beim Einkaufen über die Stränge geschlagen haben und dann vom Zoll erwischt werden. Nicht selten passiert das aus Unwissenheit. Das Hauptzollamt Karlsruhe hat deshalb eine Informationskampagne auf dem Baden-Airport gestartet. Gestern war Premiere.

Es ist erst kurz nach 7 Uhr, doch in der Abflughalle herrscht bereits reges Treiben. Drei Maschinen werden an diesem Vormittag in Richtung Türkei abheben, ein weiterer Ferienflieger steuert Gran Canaria an. Geduldig stehen die Urlauber in den Schlangen vor den Abfertigungsschaltern. Matthias Götz und seine Kollegen vom Hauptzollamt Karlsruhe nutzen den Auflauf, um die Reisenden gezielt anzusprechen. "Wir wollen informieren statt kassieren", beschreibt Götz das Ziel des ungewöhnlichen Einsatzes. Während der Sommerreisezeit werden die Beamten nicht nur im Ankunftsbereich auf Fluggäste warten, um diese stichprobenartig zu kontrollieren, sondern an einigen Tagen bereits auf die Abfliegenden zugehen, um sie darüber zu informieren, was sie problemlos aus dem Urlaub mitbringen dürfen.

Mit insgesamt 13 Beamten ist das Hauptzollamt Karlsruhe auf dem Baden-Airport im Schichtdienst tätig, um die jährlich rund 1,1 Millionen Passagiere sowie die Privatflieger zu überwachen. Und bei ihren Kontrollen machen die Zöllner mitunter bemerkenswerte Funde. In den meisten Fällen geht es aber nicht um Drogen, Waffen oder geschützte Tiere, sondern um nicht erlaubte Lebensmittel, zu große Mengen Tabak und Alkohol oder zu teure Waren.

Ein besonderes Augenmerk richten die Zöllner auf Reisende, die ihren Urlaub außerhalb der Europäischen Union (EU) verbracht haben. Denn für sie gelten besonders strenge Bestimmungen. Zu diesen Destinationen zählen etwa die Türkei oder Ägypten, aber auch die Kanarischen Inseln, die zwar zu Spanien gehören, zollrechtlich aber außerhalb der EU angesiedelt sind. Von einem Urlaub außerhalb der EU darf man zollfrei nur die in der nebenstehenden Grafik aufgeführten Höchstmengen einführen. Auch dort gekaufte Kleidung, Schmuck oder andere Waren sind nur bis zu einem Höchstwert von 300 Euro, bei Schiffs- und Flugreisen im Wert von 430 Euro und bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren nur bis zu einem Wert von 175 Euro ohne Abgaben einzuführen. Diese Obergrenzen gelten nicht für den Wert einzelner Waren, sondern für den Gesamtwert des Einkaufs pro Person. Zudem müssen sie für den eigenen Gebrauch oder als Geschenk bestimmt sein.

Bei den Beschränkungen geht es übrigens nicht nur um Abgaben. So dürfen aus Nicht-EU-Staaten bestimmte Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte oder Honig nicht eingeführt werden. Sie werden vernichtet.

Aber auch für Reisen innerhalb der EU gibt es Obergrenzen, etwa für alkoholische Getränke oder Tabakwaren (Details in der Grafik). Und wer mit 10000 Euro oder mehr in bar reist, muss das dem Zoll melden. Von sich aus, wenn das Reiseziel außerhalb der EU liegt, oder auf Nachfrage, wenn man innerhalb der EU unterwegs ist - sonst verstößt man gegen das Geldwäschegesetz.

Wer mehr mitbringt als abgabefrei gestattet ist, sollte bei der Einreise die Waren von sich aus anmelden - sich in der Ankunftshalle also in die rot markierte Reihe stellen. Denn für zollpflichtige Waren, die bei einer Kontrolle entdeckt werden und die man zuvor nicht freiwillig angemeldet hatte, ist der Abgabesatz doppelt so hoch wie für angemeldete Waren.

www.zoll.de

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