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Skiparadies mit Aussicht
02.01.2013 - 17:51 Uhr
Von Volker-Bodo Zanger

La Plagne - Von der Wohnung direkt auf die Piste und dann ohne Wartezeiten Skifahren ohne Ende: Das ist eine der Besonderheiten, mit der das Skigebiet von La Plagne im Herzen der Savoyer Alpen für sich einnehmen kann.

110 Liftanlagen erschließen 220 Pistenkilometer, davon der Großteil in 2000 bis 3000 Meter Höhe. Seit 2003 hat sich La Plagne mit Les Arcs und Peisey-Vallandry zum Skigebiet Paradiski (102096 Betten) zusammengeschlossen. Das Angebot: 425 Pistenkilometer, drei Schneeparks, drei Boardercross, vier Boardergliss, zwei Halfpipes und zwei Schlittenabfahrten. Hinzu kommen 153 Kilometer Langlauf- und Biathlonloipen. Der Vanoise Express, die schnellste Seilbahn der Alpen, verbindet die Stationen in weniger als vier Minuten. In den beiden Gondeln, jede mit zwei Stockwerken für 200 Passagiere, werden stündlich bis zu 4000 Wintersportler mit Tempo 45 von La Plagne nach Les Arcs transportiert beziehungsweise retour - und das mit überwältigenden Aussichten in eine Berg- und Schneewelt, die von Dezember bis April schneesicher ist.

Plagne Centre im Herzen des Tarentaise-Tals wurde 1961 eröffnet. Es ist der eigentliche Mittelpunkt des Skigebiets von La Plagne, das mittlerweile aus sechs Skistationen aus der Retorte und vier alten Bergdörfern besteht. Für die Urlauber, 80 Prozent davon sind Stammgäste, stehen 51000 Betten bereit.

Einst waren der Erz- und der Silberabbau neben der Landwirtschaft Hauptverdienstmöglichkeiten der Bevölkerung. 1973 wurde jedoch das letzte Bergwerk geschlossen. Längst haben sich die anfangs zum Teil als illusionär angesehenen Investitionen in den Wintersport als Ausweg aus der Abwanderung der Menschen ausgezahlt.

Im Rahmen der Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville wurden die Wettbewerbe im Rennrodeln und Bobfahren in La Plagne ausgerichtet. Dafür wurde der erste künstliche Eiskanal in Frankreich gebaut. Die 19 Kurven auf einer Länge von 1500 Meter werden inzwischen auch gerne von Touristen per Bob-Raft (zwei oder vier Personen, fahrerlos), Mono-Bob (eine Person in Rückenlage) oder Taxi-Bob (von einem Profi gesteuert und dann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Stundenkilometer) mit mehr oder minder starkem Herzflattern durchrast.

Eine schöne Herausforderung ist die Abfahrt vom Dome de Bellecôte (3417 m) hinunter in Richtung La Roche de Mio und Montchavin-Les Coches. Mannshohe Buckelpisten finden sich am Grand Col. Freunde leichterer Waldabfahrten kommen ebenfalls auf ihre Kosten, beispielsweise von Le Fornelet (1970 m) hinunter nach Plagne Montalbert. Ohnehin dominieren blaue Pisten das Angebot.

Skikurse für Anfänger, Betreuungs- und Unterhaltungsangebote für Kinder (mancherorts ab sechs Monaten), Eisklettern an einem künstlichen Eisturm, Drachenfliegen - dem Zeitvertreib sind kaum Grenzen gesetzt.

Hinzu kommen kulinarische Angebote wie Käse-Gerichte in einer renovierten ehemaligen Käserei oder ein festlicher Abend im Chalet du Verdon Sud, einem Höhenrestaurant aus Holz mit einem Dach aus Steinplatten am Rand der Piste. In der Mitte des Saals sorgt ein Kamin für stimmungsvolle Atmosphäre, Pelzpantoffeln gibt es für die wohltuende Entspannung strapazierter Füße. Nach dem Abendessen erfolgt die Abfahrt auf der Schneeraupe.

Tagsüber kann man von der nach Süden ausgerichteten Panorama-Terrasse aus 2500 Metern Höhe den überwältigender Blick auf die Gletscher der Vanoise genießen.

Gut möglich, dass man irgendwo in dem riesigen Skigebiet auf Claude Schneider trifft. Der Schneeforscher, gebürtig aus Straßburg, arbeitet und forscht seit 25 Jahren in La Plagne. Alle klimatischen und wetterbedingten Veränderungen werden von ihm akribisch registriert. Um Lawinen und Schneeabgänge möglichst zu vermeiden und eine größtmögliche Sicherheit für Tausende von Wintersportlern zu garantieren, werden nach seiner jeweiligen Aussage jährlich insgesamt 35 Tonnen Dynamit für kontrollierte Sprengungen verwendet.

Die optisch nicht immer Charme versprühenden Ferienanlagen zwischen 1800 und 2100 Meter Höhe liegen in Plagne 1800, Plagne Centre, Plagne Village, Aime la Plagne und Plagne Bellecôte. Das jüngste Feriendomizil ist Belle Plagne. Allesamt sind sie in einer verkehrsfreien Zone. Abends oder nachts die vielen Bars abzuklappern, ist trotzdem einfach, denn bis 1 Uhr verkehren zwischen den einzelnen Stationen Pendelbusse. In Plagne Bellecôte wurde vergangenes Jahr, pünktlich zum 50. Bestehen des Skigebiets, ein riesiges Einkaufszentrum fertiggestellt mit zahlreichen Geschäften, attraktiven Restaurants, Pizzerien und Bistros, Schwimmbad mit Spa-Bereichen, einer Bowlingbahn, Kinos und Diskotheken sowie vielen anderen Freizeit- und Unterhaltungsangeboten.

Der Gegensatz könnte kaum größer sein: Montchavin, 1250 Meter hoch gelegen, ist ein altes Dorf mit schönen hölzernen Häusern und engen Gassen. Einladend ist das Aquazentrum Paradiso mit Aquabiking, Sauna, Hammam und Jacuzzi - alle Angebote total entspannend und fast immer mit Ausblick auf einen belebten Skihang.

www.la-plagne.com

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