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Haffe-Riewer und Wilderer
Haffe-Riewer und Wilderer
10.01.2013 - 12:19 Uhr
Gaggenau (pr) - Der Wald, Steinbrüche, Weinbau und die Kleinlandwirtschaft prägten lange Zeit das Leben in Michelbach. Auf einem 15 Kilometer langen "Themen-Rundweg" wird seit 2006 die Entwicklungsgeschichte des Schwarzwalddorfs lebendig dargestellt. 31 Informationstafeln zu Brauchtum und Geschichte sowie schöne Panoramastrecken lassen die durch sieben Seitentäler des Michelbachs führende Route zu einem informativen Erlebnis werden.

Eigentlicher Startpunkt ist der unterhalb der markanten Kirche liegende, neu gestaltete "Lindenplatz", an dem man auch Info-Material findet. Das Parken ist dort wochentags allerdings nur von 8 bis 18 Uhr für zwei Stunden mit Parkscheibe gestattet, am Wochenende ist Parken den ganzen Tag möglich. Ein guter alternativer Startpunkt ist an der Bushaltestelle "Wiesental", die mit der Linie 253 erreichbar ist.

Von dort geht es die Stufen hinunter über den Parkplatz, wo sich die Info-Station zwei befindet, auf dem Heilweg vorbei am Parkplatz der "Wiesentalhalle" zur Station drei, wo mancher sich darüber wundern wird, dass zur lebendigen Dorfgemeinschaft auch Haffe-Riewer, Doowall-Hexe und Wilderer gehören.

Ab da geht es bergauf. Schon wenig später hat man bei einer Verschnaufpause auf einer der vielen Ruhebänke entlang des Rundwegs eine schöne Rundsicht auf die Bergkette vom Mahlberg über den Bernstein, die Teufelsmühle, die Badener Höhe bis hin zum Merkur. Kurz nach dem Sportplatz geht es wieder hinunter, vorbei am Naturfreundehaus in den Ort, wo am ältesten Dorfweg, der "Schlossgasse", auf die idyllischen Fachwerkhäuser aufmerksam gemacht wird.

Danach geht es hinauf zu einer der schönsten Aussichtsterrassen, einst Standort der ältesten urkundlich erwähnten Adelsburg (1102) im südwestdeutschen Raum. Dort müssen Wanderer aufpassen: Zum sogenannten "Schlossköpfel" führt ein ansteigender Stichweg, den man bis zu der Wegegabelung wieder zurückgehen muss, weil die Route dort ebenerdig weiter verläuft und wenig später die nach Moosbronn führende Landstraße L613 überquert.

Dass auch eine einsame Talgemeinde von politischen Ereignissen ebenso wenig verschont blieb wie von Seuchenkatastrophen, wird bei den Info-Stationen über die Revolution, die Pest und die Notstandsarbeiten deutlich. Und dann genießen die Wanderer auf dem ehemaligen "Wohlfahrtsweg", heute "Neuer Berg-Weg" genannt, den Blick übers Dorf und das Tal.

Ab der Station 13 wird über alles informiert, was in Michelbach einst wichtig war: Weidetierhaltung, Jagd, Holzhandel, Wasserversorgung, Obstbau und Brennrechte.

Die Route führt über lange Passagen durch Wald, aber auch durch Streuobstwiesen. Deshalb sind auch Wanderschuhe erforderlich.

Durch ihre Mithilfe bei der Finanzierung haben unter anderem der Naturpark Schwarzwald/Nord, die Glücksspirale und die Europäische Union dem "Michelbacher Rundweg" überregionale Reputation bescheinigt. Viel Lob ist auch den ehrenamtlichen Helfern gewiss, die die Strecke ausgewählt und hergerichtet haben. Die Patenschaft und Betreuung wurde von den engagierten "Michelbacher Rundweg-Freunden" übernommen.

Wem die gesamte Rundstrecke zu lang ist, kann zum Beispiel ab der "Hagegass" auf direktem Weg immer dem "Michelbach" entlang zum Ausgangspunkt im Dorf zurückgehen. Die Wanderung verkürzt sich so auf rund zehn Kilometer und führt vorbei an der Freizeitanlage "Gumbe", dem Hirtenhaus, dem Mühlwegplatz, dem Mühlrad, dem Rathaus, dem Heimatmuseum und an vielen schönen Fachwerkhäusern.

Die barocke Pfarrkirche St. Michael, die zweitälteste Kirche des Murgtals, sollte man auf jeden Fall besuchen, zumal die Restaurierung gerade abgeschlossen wurde.

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