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Die Schildkröte bremst den C30 aus
Die Schildkröte bremst den C30 aus
23.11.2012 - 10:20 Uhr
Von Hartmut Metz

Die Kleinserie von 250 Stück deutet es schon an: Volvo glaubt selbst nicht, dass sich der elektrische C30 sonderlich oft in Deutschland verkauft. Dabei ist es das bisher angenehmste Elektrofahrzeug, das die BT-Motorredaktion testete - allerdings auch das teuerste. 55000 Euro werden außerhalb der Bundesrepublik dafür aufgerufen. Selbst der 11100 Euro günstigere Opel Ampera wirkt im Vergleich dazu wie ein Schnäppchen. Weil die Schweden jedoch Erfahrung mit dem Antrieb sammeln wollen und müssen - sicher auch für die chinesische Konzernmutter -, bieten sie den C30 Electric zum kaum kostendeckenden Leasing-Preis von 950 Euro im Monat an (wohlgemerkt aber nur für Gewerbekunden). Ursprünglich wurden gar 1500 Euro im Monat kolportiert, aber bei dem Preis dürfte selbst die umweltfreundlichste Firma abgewunken haben.

Für private Kunden rechnet sich die Anschaffung eh nicht, selbst wenn keine Kfz-Steuer und nur ein paar Euro Strom- statt ein Mehrfaches an Benzinkosten anfallen. Den herkömmlichen Volvo C30 mit 145-PS-Benziner gibt es schließlich ab 21700 Euro.

Reiz versprüht der 111 PS starke Dreitürer dennoch. Er gönnt einem ein exzellentes Fahrgefühl, leise surrt der Schwede vor sich hin. Der C30 unterscheidet sich nur in wenigen Punkten vom "Original", etwa bei der Tacho-Anzeige oder natürlich dem Tank. Stattdessen wird Strom geladen, einfach wie bei anderen elektrischen Fahrzeugen mit Stecker. Acht Stunden dauert es, ehe man wieder fahrbereit ist für eine längere Strecke. Der Hersteller gibt die Reichweite mit "bis zu 150 Kilometern" an. Im BT-Praxistest lag diese bei etwa 105 Kilometer. Damit liegt der C30 unter dem kleineren Nissan Leaf (bis zu 150 Kilometer), hat aber mehr als doppelt so viel Reichweite als das "Auto des Jahres", der Opel Ampera - sofern man den Range Extender zunächst vernachlässigt, der mit dem Benzinaggregat weiteren Strom für rund 500 Kilometer mit dem Opel produziert.

Mit den zwei 12 kWh großen Lithium-Ionen-Batterien spurtet der C30 in 10,9 Sekunden auf Tempo 100. Und er könnte auch 180 km/h düsen - das bekäme allerdings der Reichweite gar nicht. Deshalb ist der elektrische Volvo bei 130 km/h abgeregelt. Wenn der "Saft" zur Neige geht, zeigt eine Schildkröte an, dass der C30 noch weiter eingebremst wird.

Mit einem futuristischen Hebel wählt man - ähnlich komfortabel wie mit einer Automatikschaltung - das Fahrprogramm D wie "Drive" und H wie "Highway". Nicht nur das macht das vollwertige Elektroauto aus Schweden zum bisher gefälligsten seiner Sparte. Auch bei der Sicherheit kennt Volvo wie gewohnt keine Kompromisse: Ein Feature verhindert so zum Beispiel, dass das 400-Volt-System die Karosserie unter Spannung setzen kann.

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