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Gewichtsspirale endlich gedreht
23.11.2012 - 10:22 Uhr
Von Hartmut Metz

Die Gewichtsspirale umzudrehen, das würde ich auch gerne schaffen", bekennt ein Audi-Mitarbeiter augenzwinkernd. Jahr für Jahr kommen Pfunde drauf. Von den Rippen verschwinden sie nimmermehr, schon gar nicht in Bayern, wo die Genussmenschen und Bierliebhaber noch stämmiger als anderswo sind. Jetzt haben die Bajuwaren zumindest dafür gesorgt, dass wenigstens ihr "Kind" die Wende schafft. Stattliche 80 Kilogramm magerte es ab. Dabei handelte es sich nicht um eine Fitnesskur für Elefanten, sondern um die des neuen A3.

Der wiegt in dritter Generation - obwohl von 4,15 auf 4,24 Meter gewachsen - wieder so viel wie beim Start 1996, als die Ingolstädter mit ihm die Premium-Kompaktklasse oberhalb des Golfs begründeten! Seitdem verkaufte sich der sportliche Einstiegs-Audi 2,8 Millionen Mal. Der A3 muss fitter werden, weil BMW mit dem 1er gegenhält und vor allem Mercedes bald mit der neuen A-Klasse droht, die Athletik statt Rentner-Flair verströmt. Die Gewichtsreduktion ist dabei nur ein Baustein. Den Bestwert von 1175 Kilogramm erreichen die "Herrn der vier Ringe" durch formgehärtete Stähle, die 18 Kilogramm einsparen. Einen weiteren Löwenanteil steuern Motorhaube, Kotflügel und das Profil hinter dem Frontstoßfänger bei: überall Aluminium, was elf Kilo einspart. Die strenge Diät setzt sich auch im Innenraum fort, um jedes Gramm wurde gekämpft - selbst die Klimaanlage wurde um vier Kilogramm leichter.

Nicht zuletzt sind die Motoren zu erwähnen. Der 1,4-Liter-TFSI wiegt zum Beispiel nur noch 107 statt 128 Kilo. Der 122 PS starke und 203 km/h schnelle Basisbenziner wurde wie der 1,8 TFSI (180 PS) und der Zwei-Liter-Turbodiesel (150 PS) um bis zu 17 Prozent effizienter. Ein 1,6-Liter-Spardiesel mit 105 PS, der wie der Quattro-Antrieb noch in diesem Jahr folgt, soll sich sogar mit 3,8 Litern bescheiden. Der CO 2 -Ausstoß sinkt dadurch auf 99 Gramm je Kilometer. Der erste Selbstzünder braucht im Schnitt 4,1 Liter und wird dank 320 Newtonmetern in 8,6 Sekunden auf Tempo 100 gewuchtet. Maximal sind 216 km/h möglich. Der 180-PS-Benziner ist 1,4 Sekunden schneller beim Sprint und jagt weiter bis 232 Stundenkilometer. Sieben statt sechs Gänge, Start-Stopp-System und Rekuperation helfen bei der Raserei wenig beim Verbrauch - die offiziell 5,6 Liter sind dann natürlich rein theoretischer Natur.

Die Preise beginnen bei der ersten Auslieferung der Zweitürer im August bei 22500 Euro und im Winter dank des neuen Basisbenziners ab 21600 Euro. Der Diesel schlägt in der Ausstattung Attraction mit mindestens 26300 Euro zu Buche. Die 27800 Euro für den 180-PS-Turbo können mit zahllosen Ausstattungskreuzchen verdoppelt werden, denn Audi bietet im neuen A3 alle erdenklichen Oberklassen-Assistenzsysteme an. "Kompakt ist am neuen A3 nur das Format", betont Produktmanager Heiko Pabst von Ohain mit Blick auf aufpreispflichtiges Xenon-Licht samt LED-Leuchten, Verkehrszeichenerkennung, Abstandsregler, den ausfahrbaren Flachbildschirm in der Mittelkonsole oder das Bang&Olufsen-Soundsystem. Ja, ein Stück weit ist der A3 selbst dem A8 voraus: Im großen Drehknopf befindet sich ein Sensor, der sogar die Handschrift des Fahrers lesen kann! So erfassen sich Ziele im Navi schneller.

Schnickschnack sind die Luftdüsen im Jet-Design, bei denen man durch leichtes Zupfen in der Mitte den Luftstrom verändern kann. Immerhin sehen sie wie die neuen LED-Leuchten gut aus. Das gilt ohnehin für den ganzen A3: Durch den auf 2,60 Meter gestreckten Radstand, das flachere Dach und die schärferen Konturen wirkt die dritte Generation sportlicher als die Vorgänger. Mit 365 bis 1100 Liter Volumen plus ebenem Ladeboden bietet der Premium-Kompakte auch praktische Werte.

Weitere Derivate und Motorisierungen kündigte Audi bei der Fahrvorstellung auf Mallorca an. Ein 140 PS starker 1,4-Liter-Benziner gibt sich dank Zylinderabschaltung mit nur 4,9 Litern zufrieden. Bei gemächlicher Fahrt sind dann lediglich zwei der vier Zylinder im Einsatz. Wer noch mehr sparen möchte, wartet auf die mit Methan gespeiste Erdgas-Variante oder den für 2014 angekündigten Plug-in-Hybrid. Leistungsvernarrte träumen derweil vom S3, den angeblich 300 Pferdestärken befeuern.

Die Zahl der Karosserievarianten weitet Audi überdies aus: Auf den viertürigen Sportback, der im Herbst kommt, folgt das Cabrio und vor allem erstmals eine kleine Limousine. Die soll vor allem Chinesen und Amerikaner für den A3 begeistern. Schließlich will Produktmanager von Ohain die Spitze der Premium-Kompaktklasse eisern vor Mercedes und BMW verteidigen: "Wir waren in diesem Segment die Ersten und wollen trotz der starken Konkurrenz auch Erster bleiben."

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