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911er vielfältiger als der Golf
911er vielfältiger als der Golf
20.08.2014 - 17:50 Uhr
Er ist der Haupbaustein der Porsche-DNA und verkörpert Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichermaßen: der 911. Bisher wurden rund 870000 "Elfer" produziert und auf der ganzen Welt gekauft - überraschend wenig eigentlich, denn man sieht ihn recht häufig auf der Straße. Vielleicht liegt es daran, dass der Schwabe der vielleicht einzige Supersportler ist, den man fast auch als Alltagsauto nutzen kann. Das meinen zumindest seine Fans und die Verantwortlichen bei Porsche.

Und noch etwas macht den 911 einmalig: seine große Variantenvielfalt. Sage und schreibe 15 Versionen bietet Porsche an, mehr als der Volksliebling Golf an Derivaten vorweisen kann. So viel Wahl kann da schon mal zur Qual werden. Zeit für eine - nicht immer ganz ernst gemeinte - Kaufberatung.

911 Carrera Cabrio: Der Leisetreter (103150 Euro)

Natürlich hat ein 911 immer einen gewissen Nachbar-Neidfaktor - wie sollte das Cabrio auch einen gewissen Grad an Wohlstand verleugnen bei 103150 Euro Grundpreis? Trotzdem ist der offene der sozialverträgliche Elfer, einfach, weil ihn so viele fahren. Die 350 PS reichen objektiv für alles, was man mit einem Cabrio anstellen können sollte. Und: Bei 286 km/h Höchstgeschwindigkeit sind nicht mehr allzu viele in der Lage, auf der Autobahn an einem vorbeizuziehen. Unter dem perfekt gedämmten Verdeck bleibt es dabei vergleichsweise leise. Aber keine Sorge: Auch im Basis-Cabrio ist die Sport-Taste an Bord, die unter anderem den Auspuffsound anpasst.

911 Turbo S: Der Bolide (ab 197041 Euro)

Wie Achterbahnfahren mit Sicherheitsgurt: Sport-Plus-Modus einschalten, Fuß auf die Bremse, Gaspedal durchdrücken, gerade noch den Hinweis "Launch Control aktiviert" aufblitzen sehen, Bremse loslassen und in 3,1 Sekunden auf 100 km/h stürmen! Per Knopfdruck Front- und Heckspoiler ausfahren, die den Elfer an der Straße festsaugen. In engen Kurven die Fahrwerksleistung bewundern, bis das ESP dezent den Anker wirft. Zum Schluss mit einer Vollbremsung schnell in die Sicherheitsgurte fliegen, während der Turbo wie auf Schienen stur geradeaus verzögert. 100 Prozent Spaß, null Prozent Angst. Einfach nur schnell fahren, das geht mit dem 560-PS-Sechszylinderboxer natürlich auch.

911 GT3: Der Bluthochdruck- Garant (ab 137303 Euro)

Der ungezähmte, für viele der purste Porsche im Sortiment. Schon der große, feststehende Heckflügel scheint nur etwas für sonnenbebrillte Autofahrer zu sein, die im Stadtverkehr gerne den Ellenbogen aus dem Fenster hängen. Wenn der 3,8-Liter-Boxer bis 9000 Umdrehungen hochdreht, bekommen Bluthochdruck-Beifahrer Herzklabastern. Und wenn der Hobby-Rennpilot mit Unterstützung der aktiven Hinterachslenkung sein Popometer austestet, ist man froh um die eng geschnittenen Sportsitze.

911 Carrera 4S: Der Reisewagen (ab 113300 Euro)

Wer sich nicht mit einem Handgepäck-Köfferchen begnügen kann, darf nicht mit einem Elfer in Urlaub fahren? Denkste. Denn erstens passen zwei Handgepäck-Köfferchen (gibt's aus der Porsche-Rimowa-Kollektion schon zum Schnäppchenpreis von 550 Euro) in das Gepäckfach unter der Haube. Und zweitens kann man auf den Elfer auch eine Dachbox schrauben (600 Euro, plus 410 Euro für das Untergestell). Oder einen Fahrradträger (113 Euro, plus 410 Euro für das Untergestell). Zugegeben: Ganz passend sieht das nicht aus! Zeitlich bringt die 4S-Urlaubsfahrt allerdings dann keinen Reisevorteil mehr, ist doch die Höchstgeschwindigkeit wegen des Dachgepäcks begrenzt. Erst einmal an der französischen Riviera angekommen und die Dachlast abmontiert, fährt man aber wieder bis zu 299 km/h schnell. Den Boulevard rauf und runter und rauf und runter natürlich langsamer, damit einen auch jeder sieht ...

911 Targa 4S: Der Hingucker (ab 124094 Euro)

Den ganz großen Auftritt im Stand, bei langsamer Fahrt oder Höchsttempo liefert der Targa 4S: Es mag abgedroschen klingen, aber wenn sich das Targa-Dach automatisch aus- oder einklappt, ist es für Außenstehende tatsächlich ein Schauspiel. Das muss übrigens im Stehen stattfinden. Während der Fahrt funktioniert der aufwendige Mechanismus, bei dem die feste Heckscheibe und das Stoffdach einen Tanz aufführen, nicht.

Aber egal, ob offen oder geschlossen, bei langsamer Fahrt sind dem Targa mit seiner gewölbten Heckscheibe, die sich nahtlos an das Heck anschließt, und den breiten Alu-Bügeln die bewundernden Blicke gewiss. Und wenn der Porsche mit dem optionalen Doppelkupplungsgetriebe in 4,6 Sekunden auf 100 km/h stürmt, auch. Was der Nachbar indes nicht wissen muss: Der Targa 4S ist sogar rund 1000 Euro günstiger als das 4S Cabrio ... (spx/ham)

Foto: Porsche

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