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Damit das Haus weniger kostet
Damit das Haus weniger kostet
23.11.2012 - 15:16 Uhr
Baden-Baden (red) - Zur richtigen Dämmung, zur optimalen Heizung sowie zur günstigen Finanzierung notwendiger Sanierungsmaßnahmen haben Andreas Burkart vom Verband der Privaten Bausparkassen und Sybille Feurer von der Energieagentur Mittelbaden gestern BT-Leser beraten. Hier einige wichtige Fragen und Antworten:


Mein Bungalow wurde gedämmt, eine Wärmepumpe und neue Fenster wurden eingebaut. Ich habe alles selbst bezahlt. Kann ich nun noch einen Zuschuss vom Staat bekommen?

Leider nein. Grundsätzlich sind Fördermittel der KfW vor Beginn des Bauvorhabens zu beantragen.

Wir müssen das Dach unseres Einfamilienhauses erneuern. Mit welchen Kosten muss man rechnen? Und wie können wir das bezahlen?

Die Kosten richten sich nach dem Umfang der notwendigen Maßnahmen. Bei einem normalen Einfamilienhaus liegt der Preis zwischen 15000 und 25000 Euro, je nachdem, ob beispielsweise auch Balken erneuert werden müssen oder nicht. Sie könnten das mit einem Sofortdarlehen der Bausparkasse finanzieren.

Unser Dachgeschoss soll gedämmt werden. Reichen fünf Zentimeter? Wir wollen uns das fördern lassen.

Um eine Förderung zu erhalten, müssen höhere Anforderungen als in der Energieeinsparverordnung 2009 eingehalten werden. Der sogenannte U-Wert muss kleiner als 0,14 sein. Je niedriger, desto besser. Der U-Wert ist der Wärmedurchgangskoeffizient der jeweiligen Bauteile. Fünf Zentimeter reichen bei Ihnen mit Sicherheit nicht aus. Am besten lassen Sie sich das von einem Energieberater ausrechnen. Eine kostenlose Erstberatung bietet die Energieagentur Mittelbaden in Baden-Baden, Bühl, Rastatt und Gaggenau an. Vereinbaren Sie einen Termin: (07222) 3813121.

Kann man Photovoltaik auch an die Fassade montieren?

Ja. Es ist möglich, solche Anlagen, wenn kein geeignetes Dach vorhanden ist, an die Fassade zu montieren. Es ist darauf zu achten, dass die Flächen nicht verschattet sind.

Können Eigentumswohnungen, die energetisch saniert werden, auch bezuschusst werden? Es handelt sich um den Einbau neuer Fenster in einer von 25 Wohneinheiten.

Ja, auch für Wohnungseigentümer ist eine Förderung möglich. Dafür sollte der U-Wert kleiner als 0,95 sein, das ist nur mit Dreifachverglasung zu erreichen. Der förderfähige Zuschuss würde dann 7,5 Prozent betragen. Doch bedenken Sie, dass eine Mindestfördersumme von 4000 Euro erreicht werden muss, um diesen Investitionszuschuss zu erhalten.

Wir brauchen neue Fenster. Unser Glaser rät zu Fenstern mit Dreifachverglasung. Wir haben aber die Außenfassade noch nicht gedämmt. Was halten Sie davon?

Wenn die neuen Fenster energetisch besser sind als die Gebäudehülle, kann das problematisch werden. Denn Sie sehen nicht mehr, wenn Ihr Haus "schwitzt", weil die Scheiben nicht anlaufen. Das Kondenswasser bildet sich aber dennoch und schlägt sich an den Wänden und den Fensterlaibungen nieder. Schimmelbildung an den Fensterecken und hinter Schränken ist vorprogrammiert.

Kann man eine Innendämmung mit Lehm und eine Wandheizung kombinieren?

Ja. Es gibt schon fertige Wandelemente, da sind die Rohre eingelegt. Die kann man nach der Verlegung spachteln und mit Lehmputz versehen.

Kann man Fördermittel für energetisches Bauen mit einem Bausparvertrag kombinieren? Und kann man von der KfW Darlehen und Zuschuss bekommen?

Ja. KfW-Förderung und Bausparvertrag können kombiniert werden. Bei einer KfW-endfälligen Darlehensvariante wird das Darlehen nach Zuteilung durch einen Bausparvertrag abgelöst. Dabei beträgt der Zinssatz je nach Bauspartarif nach Ablösung 1,95 Prozent nominal. Die Summe aus allen Fördermitteln darf die Summe der Baukosten nicht übersteigen. Eine gleichzeitige Inanspruchnahme von Fördermitteln aus dem Programm "Energieeffizient Sanieren - Kredit (151, 152)" oder "Energieeffizient Sanieren - Zuschuss (430)" für ein und dieselbe Wohneinheit ist allerdings nicht möglich.

Wir müssen unseren Heizkessel austauschen. Können wir dafür Geld aus unserem Bausparvertrag einsetzen?

Lassen Sie zunächst einmal von einem Fachmann prüfen, ob es nicht angebrachter ist, gleich die gesamte Heizungsanlage zu erneuern. Mit einem modernen Brennwertkessel mit Solarunterstützung können Sie Energie einsparen. Das kostet dann allerdings auch zwischen 10000 und 15000 Euro. Dafür könnten Sie Ihren Bausparvertrag einsetzen. Die Bausparkassen verzichten bei dieser Größenordnung sogar auf Kleindarlehenszuschläge - wie andere Kreditinstitute sie oft verlangen. Von einer Eintragung ins Grundbuchamt kann dabei abgesehen werden.

Wir planen eine Komplettsanierung unseres Einfamilienhauses - Fenster, Dach, Fassade. Brauchen wir auch eine Lüftungsanlage?

Das ist zu empfehlen. Sie erreichen mit der Dach- und Fassadendämmung und durch die neuen Fenster eine Dichtigkeit, die Lüftung unerlässlich macht. Das sollten Sie durch einen Gebäudeenergie-Berater vor Ort prüfen lassen.


Unser Haus aus den 80er Jahren müsste komplett saniert werden. Welche Förderung ist möglich?

Für alle Bauherren, die eine Sanierung von bestehenden Wohngebäuden (Baujahr vor 1995) planen, bietet sich das Programm "Energieeffizient Sanieren" an.

Wir wollen unser Dachgeschoss dämmen. Es ist nicht bewohnt. Wird das gefördert, wenn wir es selbst machen?

Wenn Sie einen KfW-Zuschuss für die Dämmung beantragen wollen, ist Voraussetzung dafür, dass ein Fachunternehmen die Arbeiten ausführt. Das müssen Sie anhand der Rechnungen belegen. Sie sollten auch darüber nachdenken, ob Sie - falls noch nicht geschehen - gleich die Kellergeschossdecke mit dämmen lassen. Das macht Sinn. Einzelmaßnahmen werden von der KfW mit zinsverbilligten Darlehen von maximal 50000 Euro pro Wohneinheit gefördert. Derzeit liegt der Zinssatz bei 1,0 Prozent, bei zehnjähriger Zinsbindung. Die L-Bank bietet ebenfalls ein solches Darlehen für selbst genutztes Wohneigentum an. Der Zinssatz beträgt derzeit 0,75 Prozent.

Ich möchte mein Haus sanieren, damit die Heizkostenrechnung niedriger wird. Brauche ich immer einen Gebäudeenergie-Berater dafür?

Es ist sinnvoll, den Rat eines solchen Experten einzuholen. Sollten Sie gar auf eine Förderung durch die KfW hinauswollen, ist ein Gebäudeenergie-Berater sogar Voraussetzung. Einen unabhängigen Fachmann in Wohnortnähe finden Sie im Internet.

www.dena.de

www.energieagentur-mittelbaden.info

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