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Förderantrag vor Baubeginn stellen
Förderantrag vor Baubeginn stellen
23.11.2012 - 16:40 Uhr
Baden-Baden (red) - Die meisten Menschen wollen auch im hohen Alter oder mit Beeinträchtigungen in ihrer Mobilität in ihrem gewohnten Umfeld wohnen bleiben. Wie man Barrierefreiheit schaffen und auf welche Weise man Baumaßnahmen finanzieren kann, dazu berieten gestern die Architektin Sybille Feurer und der Finanzierungsberater Heinrich Zerhoch die BT-Leser im Rahmen einer Telefonaktion. Hier eine Zusammenfassung:

Ich bin 88 Jahre und möchte in meiner Mietwohnung das Bad umbauen lassen. Muss sich der Vermieter an den Kosten beteiligen?

Nein, der Vermieter muss sich nicht beteiligen. Aber wenn Sie eine Pflegestufe haben, gibt es für den Badumbau von Ihrer Pflegekasse einen Zuschuss. Informieren Sie sich darüber bei Ihrer Krankenkasse. Und ganz wichtig ist, dass der Vermieter natürlich Ihrem Vorhaben vorab zustimmen muss.

Wir wollen unser Bad umbauen. Was sollten wir dabei beachten? Und gibt es dafür einen Zuschuss?

Ja, es gibt einen Zuschuss aus dem KfW-Programm (Kreditanstalt für Wiederaufbau) "Altersgerecht Umbauen", wenn Ihre Investitionskosten mehr als 6000 Euro betragen. Dann erhalten Sie fünf Prozent der Kosten als Zuschuss geschenkt. Den entsprechenden Antrag stellen Sie direkt bei der KfW. Wenn Sie umbauen, sollten Sie auch gleich an den Einbau eines Notrufsystems denken und die entsprechenden elektrischen Leitungen vorbereiten lassen. Außerdem bietet es sich an, Haltegriffe zu installieren und die Badtür zu drehen, damit diese sich nach außen öffnen lässt. Die Badtür sollte dann mindestens 90 Zentimeter breit sein.

Nachdem wir beschlossen haben, unser Haus energetisch zu sanieren und auch gleich Barrieren zu beseitigen, interessieren uns die Zuschüsse. Wer kann dazu ganz konkret auf unser Haus bezogen etwas sagen?

Unter anderem bieten einige Bausparkassen jetzt sogenannte Zuschuss-Beratungen an. Dabei werden ganz konkret für Sie alle verfügbaren Fördergelder recherchiert und auf die geplanten Investitionen hochgerechnet. Vom ersten Antrag bis zur letzten Berechnung liegt alles in einer Hand. Diesen Service können Sie kostenlos nutzen.

Wir haben gerade unser neu gebautes Haus bezogen. Das ist schon barrierefrei. Kann man jetzt noch Fördermittel dafür bekommen?

Nein. Eine nachträgliche Förderung ist nicht möglich. Ein Förderantrag muss grundsätzlich vor Beginn der Baumaßnahmen gestellt werden.

Unsere Tochter hat Multiple Sklerose. Wir wollen ein neues Haus bauen. Aufgrund der Erkrankung unserer Tochter wollen wir vorsorgen. Wie viel teuerer wird das jetzt?

Das kommt zum einen auf die Lage des Hauses an. Wenn das Haus beispielsweise am Hang gebaut wird, gibt es Stufen zum Eingang und die muss man dann mit Rampen umgehen. Zum anderen kommt es auf die Technik an, die Sie für das neue Haus vorsehen. Für einen Fahrstuhl müssten Sie einen Schacht vorsehen. Das kostet in der Regel mehr als ein Treppenlift. Alle anderen Dinge, wie bodengleiche Dusche und ausreichende Bewegungsflächen sowie breite Türen sind bei den meisten Neubauten ohnehin schon vorgesehen.

Mein Mann und ich sind Mitte 60 und noch nicht pflegebedürftig. Jetzt wollen wir unser Haus aus den 70er Jahren komplett altersgerecht umbauen. Können wir auch eine Förderung bekommen?

Ja. Das Programm "Altersgerecht Umbauen" ist weder an das Alter des Antragstellers noch an Pflegebedürftigkeit gebunden. Sie können ein zinsgünstiges Darlehen über Ihre Hausbank oder Ihre Bausparkasse dafür beantragen. Die Höchstsumme beträgt 50000 Euro pro Wohneinheit. Bei zehnjähriger Laufzeit beträgt der Zinssatz derzeit 2,05 Prozent. Sollten Sie mit eigenem Geld bauen, können Sie einen fünfprozentigen Zuschuss bezogen auf die förderfähigen Investitionskosten bekommen.

Mein Vater ist nach einem Schlaganfall auf den Rollstuhl angewiesen. Die Eltern wohnen in der Einliegerwohnung unseres Hauses. Wir wollen deren Wohnraum an die neue Situation anpassen. Worauf sollten wir achten?

Gut wäre es, wenn die Wohnung der Eltern im Erdgeschoss läge. Dann sollten alle Zugänge rollstuhlgerecht, die Zimmertüren entsprechend breit sein. Natürlich muss auch ein behindertengerechtes Bad eingebaut werden mit bodengleicher Dusche, Haltegriffen, unterfahrbaren Sanitärgegenständen. Die Bewegungsflächen in der Küche sollten auch entsprechend groß sein.

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